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Aus für CVnCoV

Curevac zieht Zulassungsantrag für Corona-Impfstoff zurück

Curevac zieht seinen Covid-19-Impfstoffkandidaten der ersten Generation (CVnCoV) aus dem laufenden Zulassungsverfahren bei der EMA zurück. Das Tübinger Unternehmen will sich nun auf mRNA-Impfstoffe der zweiten Generation konzentrieren.
Daniela Hüttemann
12.10.2021  14:00 Uhr

Das rollierende Zulassungsverfahren für den mRNA-basierten Impfstoff CVnCoV bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) lief seit Februar dieses Jahres. Am 1. September hatte Curevac noch erklärt, die Zulassung anzustreben, obwohl die Daten der Phase-III-Studien gegenüber den anderen mRNA-Impfstoffen enttäuschend waren. Jetzt informierte Curevac darüber, dass sich die Pläne für CVnCoV geändert hätten. Die EMA bestätigte unterdessen, das Rolling-Review-Verfahren beendet zu haben.

Laut Curevac handelt es sich um eine strategische Entscheidung. Man ziehe den ersten Kandidaten zurück »wegen möglicher Überschneidung mit Zulassungsplänen mit Kandidaten der zweiten Generation«. An diesen arbeitet das Biotech-Unternehmen gemeinsam mit Glaxo-Smith-Kline (GSK). Curevacs Pressemitteilung zufolge wäre laut EMA mit einer Zulassung für CVnCoV frühestens im zweiten Quartal 2022 zu rechnen gewesen. Bis dahin sollten die Kandidaten der zweiten Generation bereits die fortgeschrittene Phase der klinischen Entwicklung erreicht haben. Erste Probanden sollten bis Ende des Jahres rekrutiert werden.

»Der Entschluss antizipiert zudem die fortschreitende Dynamik der Pandemiebekämpfung hin zu einem größeren Bedarf an differenzierten Impfstoffen, mit dem Ziel der sich anbahnenden endemischen SARS-CoV-2-Situation zu begegnen«, so Curevac. Noch befinden sich diese jedoch in der Präklinik. Curevac verweist auf Tierversuche, in denen der erste Kandidat der zweiten Generation mit dem Kürzel CV2CoV eine bis zu zehnfach höhere Immunogenität hervorgerufen und eine bessere und ausgewogenere Immunantwort gezeigt habe als CVnCoV, auch gegen die Delta-Variante. Mehr hat das Unternehmen derzeit noch nicht vorzuweisen. Ziel sei es aber, im kommenden Jahr einen verbesserten Covid-19-Impfstoff auf den Markt zu bringen. Darauf sollen sich nun alle Ressourcen richten. Die Produktionsanlagen sollen entsprechend umgestellt werden.

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