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Gute Immunantwort

Corona-Totimpfstoff aus China erfolgreich in Phase I und II

Eine Zwischenanalyse von zwei klinischen Studien in China bescheinigen einem Totimpfstoff mit inaktivierten SARS-CoV-2 eine robuste Immunantwort und Sicherheit. Damit kann ein klassisches Impfprinzip auch demnächst in die Phase III gehen.
Daniela Hüttemann
18.08.2020  13:14 Uhr

Der jetzt getestete Corona-Impfstoff wird vom Wuhan Institute of Biological Products und der China National Biotec Group Company in Beijing entwickelt. Die Forscher verwendeten dabei einen SARS-CoV-2-Stamm, den sie aus Proben eines Patienten des Jinyintan-Krankenhauses in Wuhan gewonnen hatten (WIV04-Stamm). Sie vermehrten das Coronavirus zunächst, bevor sie die so gewonnenen Impfviren mit β-Propiolacton inaktivierten. Der inaktivierte Ganzvirus-Impfstoff enthält wie viele andere klassische Totimpfstoffe ein Aluminiumsalz als Wirkverstärker.

Getestet wurde die Vakzine in drei verschiedenen Dosen in einer Phase-I-Studie mit 96 Teilnehmern. Eine Vergleichsgruppe erhielt nur das Adjuvans. Die Freiwilligen erhielten drei Dosen an den Tagen 0, 28 und 56. Zudem lief bereits eine Phase-II-Studie mit 224 Probanden, die mit der mittleren Dosis der Phase I-Studie entweder an den Tagen 0 und 14 oder an den Tagen 0 und 24 geimpft wurden. Die Probanden der Placebogruppe erhielten nur eine Lösung mit dem Adjuvans. Die Zwischenergebnisse veröffentlichten Forscher um Xiaoming Yang vergangene Woche im Fachjournal »JAMA«. Sie berichten, dass in allen Dosierungen und unter allen Impfschemata (außer in der Kontrollgruppe mit Adjuvans) neutralisierende Antikörper gebildet wurden. Die Autoren werten die Impfung als gut verträglich. Am häufigsten traten Schmerzen an der Injektionsstelle auf, gefolgt von mildem, selbst limitierendem Fieber, schwerwiegende Ereignisse traten nicht auf.

Die Probanden sollen ein Jahr lang nachbeobachtet werden. Eine Phase-III-Studie ist bereits initiiert. Dabei soll geprüft werden, ob die Impfung wirklich vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 schützt. Es soll auch beobachtet werden, ob die Impfung eine folgende Infektion schwerer verlaufen lässt, also ob ein sogenanntes Antikörper-abhängiges Enhancement auftritt. In den präklinischen Studien mit diesem Impfstoff an Rhesusaffen sei dies aber nicht beobachtet worden, so die Autoren. Bei inaktivierten Ganzvirus-Impfstoffen, insbesondere bei Aluminum-verstärkten, besteht zudem theoretisch die Gefahr einer unausgewogenen Immunantwort, hin zu vielen T-Helferzellen vom Typ 2. Doch auch darauf gebe es bislang keine Hinweise.

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