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Covid-19

Corona-Impfstoff aus Oxford glänzt in Phase I/II

Und dieses reagiert gut darauf, wie die Blutproben der Probanden zeigen – sogar sehr gut. Die Autoren schreiben über eine »starke Antikörper- und T-Zell-Antwort«. Einen Peak erreichte die T-Zell-Antwort 14 Tage nach der Impfung und flachte leicht zum Ende des Beobachtungszeitraums nach 56 Tagen ab. Die Antikörper-Antwort gipfelte nach 28 Tagen und blieb bis Studienende hoch. Der Großteil der untersuchten Proben enthielt neutralisierende Antikörper gegen SARS-CoV-2. Eine Booster-Impfung, durchgeführt bei zehn Probanden nach 28 Tagen, verbesserte die Antikörper-Antwort noch mehr, wirkte sich aber, wie aus anderen Studien mit Vektorimpfstoffen bekannt, nicht auf die T-Zell-Antwort aus. Die Einnahme von Paracetamol hatten keinen Einfluss auf die Immunogenität, berichten die Forscher zudem.

Auch das Nebenwirkungsprofil überzeugt: Es traten keine schwerwiegenden Ereignisse auf.  Abgeschlagenheit  (70 ohne versus 48 Prozent mit Paracetamol) und Kopfschmerzen (68 versus 41 Prozent) waren die häufigsten unerwünschten Wirkungen. Außerdem berichteten die Probanden über Schmerzen an der Einstichstelle, Muskelschmerzen, Unwohlsein, Schüttelfrost, Fiebergefühl und erhöhte Temperatur, die in der Paracetamol-Gruppe in geringerem Ausmaß auftraten. Bei den zehn Probanden mit Booster-Impfung traten die Nebenwirkungen bei der zweiten Impfung seltener auf.

Was die Studie nicht zeigt

»Wir haben noch viel Arbeit vor uns, bis wir bestätigten können, dass unser Impfstoff helfen wird, die Covid-19-Pandemie zu managen«, räumt Koautorin Professor Dr. Sarah Gilbert von der Universität Oxford ein. »Doch diese ersten Ergebnisse sind vielversprechend.« Man müsse auch noch mehr über das Virus lernen. So sei noch nicht bekannt, wie stark die Immunantwort auf eine Impfung ausfallen muss, um tatsächlich vor einer Infektion zu schützen. »Wenn unsere Vakzine wirksam ist, ist sie eine vielversprechende Option, da diese Art von Impfstoff in großen Mengen produziert werden kann«. Das britische Pharmaunternehmen Astra-Zeneca war Ende April in das Projekt eingestiegen und hat die Herstellung begonnen. Der Pharmakonzern kündigte Mitte Juni an, die Länder der EU ab Ende 2020 mit bis zu 400 Millionen Impfdosen beliefern zu wollen, ohne dabei Profit zu machen.

Zu den Limitationen der Studie gehören, dass die Probanden eine einheitliche Gruppe waren (91 Prozent waren Weiße, das Durchschnittsalter lag bei 35 Jahren). In den Phase-II- und -III-Studien sollen nun andere Ethnien und Altersgruppen sowie Menschen mit Vorerkrankungen eingeschlossen werden. Eine geringe Anzahl der Teilnehmer habe bereits vor der Impfung neutralisierende Antikörper und eine T-Zell-Antwort auf das Spike-Protein gezeigt. Vermutlich hatten diese Probanden sich asymptomatisch infiziert, da Personen mit Covid-19-typischen Symptomen in den vergangenen Monaten sowie positivem PCR-Test von der Studie ausgeschlossen waren.

In einem Kommentar warnt der in die Studie nicht involvierte Professor Dr. Naor Bar-Zeev vom International Vaccine Access Center der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in den USA vor allzu großen Erwartungen. Die Plattform mit den Adenovirus-basierten Vektorvakzinen sei erst vor Kurzem erstmals in der EU zugelassen worden, nämlich am 1. Juli mit dem dualen Ebola-Impfstoff Zabdeno®/Mvabea® von Janssen. »Vieles wissen wir noch über diese und andere Covid-19-Vakzinen in der Entwicklung inklusive der Dauer der Immunantwort sowie der Immunogenität bei älteren Menschen und anderen spezifischen Gruppen.« Die Weltgesundheitsorganisation begrüßte die Ergebnisse, sprach aber auch noch von einem langen Weg. 

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