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Kammer Niedersachsen

Burs sieht VOASG als Meilenstein

Als einen »Paradigmenwechsel« bezeichnete die Kammerpräsidentin die im VOASG festgeschriebene dauerhafte Vergütung von Botendiensten der Apotheke. Diese hätten sich – gerade in der Coronavirus-Krise – als zuverlässige, kompetente und schnelle Dienstleistung bewährt. Ab dem 1. Januar 2021 können die Apotheker eine Botendienst-Vergütung von 2,50 Euro bei den Kassen abrechnen. Allerdings sieht das VOASG vor, dass diese nur für die Auslieferung von Rx-Packungen gezahlt wird – und auch nur im GKV-Bereich. 2,50 seien für eine qualifizierte Versorgung zwar defizitär, sagte Burs. »Aber es ist der erste Schritt.« Die Apotheker hätten jetzt »einen Fuß in der Tür«.

Auch dass ausländische Versandapotheken mit dem VOASG verpflichtet werden, sich an Qualitätsvorgaben in der Arzneimittelversorgung in Deutschland zu halten, begrüßte Burs und betonte, hiermit werde die »Rosinenpickerei« der Versender ausgebremst. Konkret geht es etwa um die Temperaturkontrolle kühlpflichtiger Arzneimittel. »Hier müssen wir zwingend dranbleiben«, sagte Burs.

Auch bei der Grippeschutzimpfung in Apotheken müssten die Apotheker ihren Stand auf Augenhöhe mit den Ärzten etablieren. »Wir sehen uns nicht als Konkurrenten der Ärzte«, betonte Burs. Dennoch gebe es beim Thema Impfen seitens der Mediziner nach wie vor Widerstand und Kritik, teils unter der Gürtellinie. »Da zerschlagen die Ärzte ihr eigenes Porzellan«, kritisierte Burs. Es sei an der Zeit, die Zusammenarbeit zu verbessern. Die Apotheker suchten einen konstruktiven Dialog. Schließlich gelte es, die Impfquote in Deutschland mit niedrigschwelligen Angeboten zu erhöhen.

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