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Zulassung in Sicht

Brolucizumab als neuer AMD-Wirkstoff

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat sich dafür ausgesprochen, Brolucizumab (Beovu® von Novartis) zuzulassen. Er soll bei Patienten mit feuchter altersbedingter Makula-Degeneration (AMD) zum Einsatz kommen.
Sven Siebenand
13.12.2019
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Bei der Erkrankung bilden sich unter der Netzhaut abnorme, undichte Gefäße, aus denen Flüssigkeit austritt. Es ist die Hauptursache für Sehverlust und Blindheit im Alter in Industrienationen. Zu den frühen Symptomen zählen verzerrtes Sehen und Schwierigkeiten, Objekte klar zu sehen. 

Die Angiogenese-Hemmer Ranibizumab und Aflibercept werden bereits erfolgreich bei der Erkrankung eingesetzt, off label auch Bevacizumab. Ihr Wirkprinzip baut jeweils auf Hemmung der Angiogenese, indem Proteine aus der Gruppe der vaskulären endothelialen Wachstumsfaktoren (VEGF) abgefangen werden. Auch Brolucizumab macht hier keine Ausnahme: Wie Ranibizumab hemmt der neue Wirkstoff mit hoher Affinität den VEGF-A.

Bei dem Neuling, der in den USA bereits zugelassen ist, handelt es sich um ein humanisiertes Einzelketten-Antikörperfragment, das die Aktivierung von VEGF-Rezeptoren durch Prävention der Liganden-Rezeptor-Interaktion hemmt. Die Blockade des VEGF-Signalwegs verringert das Wachstum von neovaskulären Läsionen und verbessert die Sehstärke der Patienten. Wie die anderen genannten Biologika wird auch Brolucizumab in den Glaskörper des Auges injiziert.

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