Der brandenburgische Gesundheitsminister René Wilke (SPD) sieht viel Potenzial in einer grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung von Polen und Brandenburg. / © Getty Images/Morsa Images
Der brandenburgische Gesundheitsminister René Wilke (SPD) sieht viel Potenzial in einer grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung von Polen und Brandenburg. »Wir haben auf beiden Seiten Lücken. Wenn man beides zusammennimmt, dann hat man eigentlich die Lösung des Problems«, sagte Wilke im rbb-Inforadio. Die Hürden dafür seien jedoch immer noch hoch.
Gestern Vormittag hatte Wilke in der brandenburgischen Stadt Guben, die an die polnische Stadt Gubin grenzt, eine Absichtserklärung unterzeichnet. Damit unterstützt er eine deutsch-polnische Initiative zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Eurostadt Guben-Gubin.
Das Leben der Menschen sei grenzüberschreitend. Daher sei es ein normales Bedürfnis, auch die medizinische Versorgung beider Länder nutzen zu können, so Wilke. Die Gesundheitssysteme und Finanzierungsstrukturen seien aber unterschiedlich. Ziel müsse sein, Patienten und Patientinnen jeweils eine Behandlung auf der anderen Seite zu ermöglichen. Perspektivisch sei ein gemeinsames Gesundheitszentrum »eine tolle Vision«, so der Minister.
»Manches ist auf polnischer Seite gut. Manches ist auf unserer Seite gut«, so Wilke weiter. Eine Analyse habe etwa ergeben, dass es auf deutscher Seite (Guben) lediglich einen Augenarzt gebe – in Gubin sechs. »Andersherum gibt es wiederum bei uns deutlich mehr Zahnärzte, Orthopäden und andere ärztliche Versorgungsstrukturen.«