BMG will Länder für Impfstoff-Transport bezuschussen |
Jennifer Evans |
16.02.2022 16:00 Uhr |
Das BMG will es den Ländern ermöglichen, mit dem Impfstoff-Transport Dritte zu beauftragen. / Foto: Adobe Stock/mbruxelle
Wenn ein Bundesland den Weitertransport von Impfstoffen aus dem Zentrallager des Bunds selbst organisiert und an Drittanbieter wie ein Logistikunternehmen vergibt, bekommt es dafür derzeit laut Coronavirus-Impfverordnung kein Geld. Abhilfe schaffen soll nun die sogenannte Vierte Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung, deren Entwurf das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) am Mittwoch vorgelegt hat.
Demnach plant das BMG die Hälfte der Kosten zu erstatten, wenn die Länder eine dritte Partei damit beauftragen, die Impfstoffe aus dem Zentrallager des Bundes zu einem Zwischenlager im eigenen Land zu transportieren. Bislang konnten die Länder zwar auch Dritte beauftragen, mussten die Kosten aber selber tragen und nur der Großhandel erhielt dafür laut Coronavirus-Impfverordnung bisher eine Vergütung.
Nun ermöglicht das BMG es den Ländern also, auch Dritte mit der Auslieferung der Covid-19-Impftsoffe zu beauftragen, sofern diese nicht direkt an Impfzentren oder mobile Impfteams liefern, sondern an einen Lieferort des Landes. Dafür soll es dann je Vial eine Vergütung von 1,50 Euro zuzüglich Umsatzsteuer oder pro Transport maximal 2000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer geben. Die Verantwortung dafür, dass der Transport auch qualitätsgesichert stattfindet, tragen die Länder selbst. Entscheidet sich ein Land allerdings dazu, eigenes Personal für den Transport einzusetzen, zahlt der Bund nicht. Von den Zwischenlagern aus soll dann laut Verordnungsentwurf wieder jedes Bundesland selbst die Weiterverteilung an Impfzentren oder mobile Impfteams finanzieren.
Das BMG begründet die geplante Neuregelung damit, dass die Länder die Impfstoffverteilung womöglich »aufwandsärmer und günstiger organisieren, als es bei einer Lieferung des Bundes an einen vollversorgenden Großhandel und der anschließenden Weiterverteilung bis zu den von den Ländern beauftragten Leistungserbringern möglich wäre«. In Frage komme die neue Möglichkeit bei Impfstoffen, die geringere Transport- und Temperaturanforderungen hätten, heißt es.
Nach eigenen Angaben will das Ministerium mit der Änderung außerdem sicherstellen, dass die Vergütung für den pharmazeutischen Großhandel in Höhe von 7,45 Euro zuzüglich Umsatzsteuer je Durchstechflasche nur noch dann anfällt, wenn dieser direkt an den öffentlichen Gesundheitsdienst, Impfzentren oder mobile Impfteams ausliefert. Fährt der Großhändler lediglich ein Lager in einem Bundesland an, soll es nur noch 1,50 Euro zuzüglich Umsatzsteuer je abgegebener Durchstechflasche geben, höchstens aber 2000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer pro Transport.
Das Virus SARS-CoV-2 hat unsere Welt verändert. Seit Ende 2019 verbreitet sich der Erreger von Covid-19 und stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen. Sie hat sie angenommen und rasch Tests und Impfungen, auch für Kinder, entwickelt. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronavirus.