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Liegengebliebene Grippeimpfstoffe

BMG denkt über Entschädigung der Apotheker nach

Dabei kommt in der neuen Saison eine weitere Entwicklung erschwerend hinzu. So wird mit Efluelda in diesem Herbst vorrangig ein vergleichsweise teurer Impfstoff zum Einsatz kommen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) schreibt die tetravalente Hochdosis-Vakzine nach einer Indikationserweiterung für alle Menschen über 60 Jahre vor und damit für einen Großteil der Hochrisiko-Gruppe. Der Impfstoff kostet in etwa drei Mal so viel wie die üblich dosierten Präparate. Damit müssen die Apotheker in der kommenden Saison mit einer deutlich größeren Summe in Vorleistung gehen als sonst. Zudem steigt das finanzielle Risiko, dass bei einer zu geringen Nachfrage und einem Verwurf der Dosen droht. Die Vergütung bleibt zugleich mit 1 Euro pro Impfdosis wie in den Vorjahren aus Sicht der Pharmazeuten viel zu gering. In der Apothekerschaft sei die Verunsicherung mit Blick auf das Handling des neuen Impfstoffs groß, sagte ein Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands.

Das kann auch AVNR-Chef Preis bestätigen. »Ich sehe eine problematische Impfsaison auf uns zukommen.« Bereits jetzt sorge der G-BA-Beschluss für eine Menge Arbeit in den Apotheken. So hätten viele Praxen die neue Vorgabe noch nicht verinnerlicht und riefen die Hochdosis-Vakzine zu wenig ab. Damit riskierten sie, sich in der neuen Saison völlig falsch aufzustellen. »Der Beratungsbedarf der Ärzte ist groß«, so Preis.

In den vergangenen Jahren hatten zudem immer wieder Lieferschwierigkeiten für Probleme in der Versorgung mit Grippeimpfvakzinen gesorgt. Diese Gefahr droht nun ganz besonders auch mit Blick auf den hochdosierten Impfstoff. Denn der wird bislang nur von Sanofi und damit lediglich von einem einzigen Hersteller in Deutschland auf den Markt gebracht.

 

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