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Welt-Hypertonie-Tag

Blutdruckmessen als Lebensretter

Regelmäßig den Blutdruck zu messen, kann Augenlicht und Leben retten. Denn langfristiger Bluthochdruck verursacht dramatische Gefäßschäden. Eine Hypertonie ist aber nur mit der Messung zu erkennen. Ebenso dient diese der Therapiekontrolle.
Brigitte M. Gensthaler
14.05.2019
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Die Hälfte aller Schlaganfälle und Herzinfarkte könnte durch die rechtzeitige und adäquate Behandlung von Bluthochdruck vermieden werden. Darauf weist die Deutsche Hochdruckliga (DHL)/Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention vor dem Welt-Hypertonie-Tag am 17. Mai hin. Der Tag steht unter dem Motto »Kenn Deinen Druck«.

Die regelmäßige Messung ist wichtig, um zu hohe Blutdruckwerte rechtzeitig erkennen und behandeln zu können. Eine optimale Hochdrucktherapie könnte pro Jahr mehr als 90.000 Menschen das Leben retten, schreibt die Fachgesellschaft in einer Pressemeldung. Solange der Blutdruck im Normalbereich von 120 bis 129/80 bis 84 mmHg liegt, wird eine Messung alle drei Jahre empfohlen. Einmal jährlich soll man messen bei hochnormalen Werten (130 bis 139/85 bis 89 mmHg). Zur Therapiekontrolle wird häufig eine tägliche Messung empfohlen.

»Bei den Über-60-Jährigen ist im Durchschnitt jeder Zweite betroffen. Aber auch junge Menschen können zu hohe Blutdruckwerte aufweisen«, erklärt der DHL-Vorsitzende Professor Dr. Bernhard K. Krämer, Mannheim. Die regelmäßige Blutdruckmessung könne helfen, die Dunkelziffer zu reduzieren und Menschen mit zu hohen Werten rechtzeitig einer Therapie zuzuführen. Denn mit der Dauer des Hochdrucks steigt das Risiko für schwere Folgeerkrankungen. Dazu zählen Herzinfarkt und Schlaganfall, Nierenversagen, Netzhautveränderungen – bis hin zur Blindheit – und Demenz.

Derzeit werde nur jeder zweite Hypertonie-Patient erfolgreich behandelt. Die Fachgesellschaft nennt als Gründe Noncompliance und unzureichende Wirksamkeit der Medikation, aber auch Klimawechsel oder veränderten Lebensstil. Kann ein Patient zum Beispiel wegen eines Beinbruchs keinen Sport mehr treiben, müssen oftmals höhere Dosen verschrieben werden, um den Blutdruck in den Zielbereich zu senken. Bei der Erstdiagnose einer Hypertonie würden die Krankenkassen die Kosten eines Blutdruckmessgeräts zahlen, betont die DHL.  Beim Kauf sollten Patienten darauf achten, dass das Gerät das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga trägt, um eine verlässliche Messung zu gewährleisten.

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