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Pilotprojekt in Norwegen
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Blutabnahme in der Apotheke kommt gut an

Mit der Apothekenreform soll es Mitarbeitenden in Apotheken in Deutschland erlaubt werden, Vollblut abzunehmen. In Norwegen liegen bereits Ergebnisse aus einem Pilotprojekt vor. Demnach sind Blutabnahmen in Apotheken mit hoher Qualität umsetzbar.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 26.06.2026  18:00 Uhr

Für viele kam es etwas überraschend, dass zu den neuen Kompetenzen für die öffentlichen Apotheken in Deutschland auch noch Blutabnahmen hinzukamen. Dies geschah über einen Änderungsantrag zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) – kein Vorschlag aus der Apothekerschaft, sondern ein Wunsch der Politik.

Möglicherweise hatten die Politiker dabei auch Norwegen im Blick. Dort läuft seit März ein entsprechendes Pilotprojekt. »Blutuntersuchungen in Apotheken – wir erhalten sehr gutes Feedback«, meldet der norwegische Apothekerverband Apotekforeningen, der die 1069 Apotheken des Landes mit 5,6 Millionen Einwohnern vertritt.

Das Pilotprojekt findet an nur einem Standort statt, der Vitusapotek in Sandvika, etwa 15 Autominuten entfernt von Oslo. Dort können sich Patienten auf ärztliche Anordnung in der Apotheke von entsprechend geschulten Apothekenfachkräften Blut abnehmen lassen, mit und ohne vorherige Terminabsprache, was gleichermaßen genutzt werde. Die Proben werden anschließend an ein Labor versendet und die Ergebnisse an Arzt und Patient übermittelt.

Ausschließlich positives Feedback von Patienten

»Wir haben ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten und die meisten Patienten wünschen sich, dass das Angebot auch nach Abschluss des Pilotprojekts fortgesetzt wird«, berichtet Anita Sveum Nilsen. Sie ist Apothekentechnikerin, was in Deutschland etwa dem Beruf der PKA entspricht. Am meisten habe sie überrascht, wie sehr die Kunden es schätzen, dass sie Blutproben in der Apotheke entnehmen lassen können. »Viele sind zurückgekommen, um weitere Proben bei uns entnehmen zu lassen.«

»Das macht uns großen Spaß und gibt uns ein zusätzliches Erfolgserlebnis«, ergänzt Apothekerin Line Kvaale-Moe Grannæs. Es sei kein einziger Tag vergangen, an dem keine Blutproben entnommen worden seien. »Wir haben viel mehr Proben entnommen, als wir uns anfangs vorgestellt hatten.« Das trage zur Routine bei und gebe Sicherheit. Das Apothekenteam empfindet die neue Aufgabe als fachlich bereichernd.

Bis zu mehrere Stunden Zeitersparnis

Nicht alle Arztpraxen in Norwegen hätten die Möglichkeit, Blutproben zu entnehmen, heißt es in der Mitteilung, zum Beispiel durch Abwesenheit der Arzthelferin oder bei digitalen Konsultationen. Auch müssten manche Proben vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt entnommen werden als während des Arztbesuchs, zum Beispiel nüchtern, oder es seien zusätzliche Blutproben nötig. In Oslo gibt es eigene Blutentnahmestationen, doch das lokale Angebot der Apotheke in Sandvika sei für viele Patienten eine deutliche Zeitersparnis – bis zu mehrere Stunden, so ein Ergebnis der Patientenbefragung. Besonders positiv bewertet wurden unter anderem die gute Erreichbarkeit der Apotheke, die Nähe zum Wohnort und die langen Öffnungszeiten.

Die ersten Erfahrung zeigten, dass der Service gut ankommt und gut funktionieren kann, dass er jedoch gewisse Anforderungen an Räumlichkeiten, Organisation und Personal stelle. »Wir haben viel Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt und alles so organisiert, dass dies so reibungslos und nahtlos wie möglich ablaufen kann – nicht zuletzt auch mit der Qualität, die von Apotheken erwartet wird«, betont Mitarbeiterin Jeanette Stigsson. Das Pilotprojekt zeige, dass diese Dienstleistung in Apotheken in guter Qualität erbracht werden kann. Es ist auf sechs Monate angelegt, aber eine Fortführung soll geprüft werden.

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