| Lukas Brockfeld |
| 08.05.2026 14:00 Uhr |
Apotheker Andreas Bühler zeigt eines seiner »MediCheck«-Terminals. / © Andreas Bühler
Seit einigen Wochen stehen im Eingangsbereich von fünf Kaufland-Supermärkten in Baden-Württemberg Apotheken-Terminals. Hier können die Kundinnen und Kunden E-Rezepte einlösen oder OTC-Arzneimittel bestellen und direkt bezahlen. Die Geräte sind mit der im Kaufland Bietigheim ansässigen Bühler-Apotheke verbunden. Hier können die Patienten ihre Medikamente abholen. Ab einem Bestellwert von zehn Euro – oder beim Einlösen eines E-Rezepts – wird außerdem eine kostenfreie Lieferung per DHL angeboten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Arzneipackungen einzuscannen, um zu prüfen, ob sie vorrätig sind.
Falls die Patienten Fragen haben oder Beratung benötigen, können sie über eine Hotline Kontakt zu den Mitarbeitenden der Bühler-Apotheke aufnehmen. Außerdem gibt es am Terminal einen Button, mit dem die Kunden beim Einlösen des Rezepts angeben können, dass sie einen Rückruf wünschen.
Die mit der Bühler-Apotheke verbundenen Terminals stehen in Bietigheim, Leonberg, Backnang, Sinsheim und Schwetzingen. Hierbei handelt es sich um eigens entwickelte sogenannte »MediCheck«-Modelle. »Wir ermöglichen es Kundinnen und Kunden, Medikamente und Rezepte auch ohne Apotheke vor Ort bequem zu bestellen«, sagt Andreas Bühler, Inhaber der Bühler-Apotheken.
Bühlers Apotheke ist im Kaufland in Bietigheim ansässig. Als der Apotheker vor einem Jahr anfing, das »MediCheck«-Terminal zu entwickeln, nahm er Kontakt zur Filialleitung auf. Ursprünglich wollte er vor allem klären, ob er das Terminal vor seiner Apotheke aufstellen darf. Doch die Filialleitung zeigte großes Interesse an der Idee, sodass man schließlich beschlossen habe, die Terminals in mehreren Kaufland-Märkten aufzustellen, die aktuell keine eigene Apotheke haben.
Im Gespräch mit der PZ erläutert Andreas Bühler, dass er die Terminals als Reaktion auf die immer weiter sinkende Zahl der Apotheken versteht. »Viele Menschen haben nur eine Apotheke zur Auswahl. Wenn die verschwindet und die nächste Apotheke plötzlich 20 Kilometer weit weg ist, dann kaufen sie im Onlinehandel. Wir verlieren immer größere Marktanteile an die Versender und brauchen ein Konzept dagegen«, erklärt der Apotheker. Es sei wichtig, die Versorgung näher an die Kunden zu bringen.
Die Apothekerschaft dürfe sich nicht aus Angst vor dem Versandhandel lähmen lassen. »Wir sind auch Unternehmer und deshalb müssen wir etwas unternehmen, damit man uns nicht die Wurst vom Brot nimmt. Angst erzeugt Stillstand und das ist das Gegenteil von Innovation. Die größte Gefahr ist, dass wir als Apotheker nichts tun. Und deswegen versuche ich, mit den Terminals Impulse zu setzen«, erklärte der Approbierte. Die Terminals seien ein Tool, um die Vor-Ort-Apotheke gegenüber den ausländischen Versendern zu stärken und Kunden zurückzugewinnen.
Für eine abschließende Bewertung des Pilotprojekts ist es laut Andreas Bühler noch zu früh. Aber die ersten Reaktionen der Kunden seien sehr positiv. »Der Alltag der Menschen wird immer dichter. Wenn ich bis 20 Uhr arbeite oder schon um 6 Uhr unterwegs bin, habe ich oft Probleme mit den Öffnungszeiten von Apotheken. Die Terminals erweitern die Öffnungszeiten deutlich«, sagte der Apotheker. Die Menschen seien froh, wenn sie in ihrem hektischen Alltag möglichst viele Dinge an einem Ort erledigen können.