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PEI-Sicherheitsbericht

Bislang vor allem Lokal- und Allgemeinreaktionen

Zudem wurden 20 Anaphylaxien in zeitlichem Zusammenhang mit der Comirnaty-Impfung gemeldet.  Acht Fälle wurden als Level 1, sieben Fälle als Level 2 und fünf Fälle als Level 4 klassifiziert, darunter aber vermutlich eine Doppelmeldung, die auch an das europäische Melderegister Eudravigilance ging. Genaue Angaben zu allen 20 Fälle sind im Sicherheitsbericht zu finden. Zwei Fälle wurden als lebensbedrohlich beurteilt. Nur in einem der 20 Fälle war ein Mann betroffen, ansonsten nur Frauen, vor allem jüngere.

»Bei knapp der Hälfte der Fälle (47 Prozent) traten die ersten Symptome innerhalb der ersten 15 Minuten nach Impfung ein, bei 21 Prozent der Fälle im Zeitintervall 16 bis 30 Minuten«, heißt es im Bericht. »Insgesamt betrug die Melderate 16,7 Fälle pro eine Million verabreichte Impfdosen. Bei ausschließlicher Betrachtung der über Einzelsymptome validierbaren Fälle (Level 1 und 2) betrug die Melderate 13,2 Fälle pro eine Million verabreichter Impfdosen.« Für die USA hatte die US-Gesundheitsbehörde CDC vor Kurzem eine Rate von 11,1 Anaphylaxien pro einer Million verimpfter Dosen errechnet

Bezüglich eines möglichen Pathomechanismus sei bisher unklar, ob eine spezifische Komponente der Impfstoffe für anaphylaktische Reaktionen verantwortlich sein könnte, so das PEI. Als Auslöser für eine Hypersensitivitätsreaktion kommen  die enthaltenen Lipidnanopartikel, insbesondere das darin enthaltene Polyethylenglykol (PEG) infrage. »Die PEG-Ketten (mit einem Molekulargewicht von etwa 2000 g/mol, PEG-2000) an der Oberfläche der Impfstoff-LNP bilden eine Hydrathülle um die Partikel, die Löslichkeit und Stabilität vermittelt«, erklärt das PEI.

Es könnten bei den Betroffenen bereits vorher eine Sensibilisierung durch PEG in Kosmetika oder Medikamenten vorgelegen haben. »Allergische Reaktionen nach Verwendung von PEG als Hilfsstoff in einer Vielzahl von Produkten sind beschrieben, es wird auch als verstecktes Allergen bezeichnet«, so das PEI. Über die Prävalenz von Anti-PEG-Antikörpern in der Bevölkerung sei bislang wenig bekannt.

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