| Sven Siebenand |
| 14.08.2026 16:20 Uhr |
Auch bei klinischen Endpunkten zeigte sich ein Vorteil: Die Rate herzinsuffizienzbedingter Hospitalisierungen oder Notaufnahmebesuche lag bei 37,0 gegenüber 85,8 Ereignissen pro 100 Personenjahre. Die Patienten im Polypill-Arm schnitten mit 71,8 versus 63,3 Punkten auch im Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire-Overall Summary Score (KCCQ-OSS) besser ab. Dieser misst, wie stark die Erkrankung den Alltag und das Wohlbefinden der Betroffenen beeinflusst. Beim NT-proBNP, einem wichtigen Labormarker für Herzinsuffizienz, und beim Sechs-Minuten-Gehtest bestanden allerdings keine signifikanten Unterschiede.
Die erzielten positiven Effekte lassen sich wahrscheinlich auch mit einer besseren Therapietreue erklären. Im therapeutischen Drug Monitoring waren Metoprolol und Spironolacton bei 79 Prozent der Polypillen-Gruppe, aber nur bei 54 Prozent der Kontrollgruppe nachweisbar. Zudem erhielten nach sechs Monaten 97 versus 78 Prozent alle vier Wirkstoffklassen; eine als optimal definierte Therapie erreichten 71 versus 42 Prozent.
Die Studienautoren verweisen als Einschränkungen auf das offene Studiendesign, die kurze Nachbeobachtung sowie den hohen Anteil jüngerer Männer. Größere multizentrische Studien müssten deshalb klären, ob der Nutzen langfristig anhält und auf breitere Patientengruppen übertragbar ist.