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Covid-19-Impfstoff von Astra-Zeneca

Berichte zu niedriger Wirksamkeit bei Älteren

In Kürze soll der Vektorimpfstoff von Astra-Zeneca gegen das SARS-Coronavirus-2 in der EU zugelassen werden. Jetzt sorgen Berichte zu einer niedrigen Schutzwirkung bei älteren Menschen für Aufregung. Was sagen die Daten?
PZ
dpa
26.01.2021  16:00 Uhr

Der britisch-schwedische Pharmahersteller Astra-Zeneca wehrt sich gegen Berichte zu einer geringen Schutzwirkung seines Corona-Impfstoffs AZD1222 bei Senioren. Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 nur eine Wirksamkeit von 8 Prozent habe, seien »komplett falsch«, teilte ein Sprecher am Dienstagmorgen mit. Zuvor hatte das »Handelsblatt« über den geringen Schutz bei älteren Menschen berichtet und sich dabei auf deutsche Koalitionskreise bezogen. Auch die »Bild«-Zeitung hatte die Nachricht verbreitet.

Astra-Zeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) ältere Menschen miteinschließe. Auch habe ein Beraterkomitee für Impfungen den Einsatz des Impfstoffs bei Senioren unterstützt. Zudem hat das Unternehmen, das den Vektorimpfstoff zusammen mit der Universität Oxford entwickelt hat, in einer gesonderten Phase-II-Studie untersucht, wie immunogen und sicher dieser bei Älteren ist. Die Ergebnisse der Studie mit 560 Probanden, die in drei Altersgruppen (18 bis 55 Jahre, 56 bis 69 Jahre, über 70 Jahre) aufgeteilt wurden, erschienen im November im Fachjournal »The Lancet«. Die Studie hatte gezeigt, dass der Impfstoff von Senioren besser vertragen wurde. Dennoch fielen die Immunantworten wie etwa der Titer neutralisierenden Antikörper und T-Zellantworten in allen drei Altersgruppe ähnlich stark aus.

Inwieweit diese Titer tatsächlich Schutz vor einer Coronavirus-Infektion bieten, wird in Phase-III-Studien untersucht. In einer späteren »Lancet«-Veröffentlichung hieß es, dass es wegen geringer Fallzahlen in diesen Wirksamkeitsstudien noch wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe. Insgesamt ist die Effektivität über alle Altersgruppen mit 62 Prozent bei einem Impfschema mit zwei vollen Dosen im Abstand von vier Wochen eher gering, wenn man sie mit der der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna vergleicht, die bei fast 95 Prozent liegt.

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