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Äquivalenzdosen

Benzodiazepine richtig austauschen

Ein bestimmtes verordnetes Schlafmittel ist von keiner Firma zu bekommen – was und in welcher Dosis schlage ich dem Arzt als Alternative vor? Bei diesem Aut-simile-Austausch hilft die neue Vergleichstabelle für Benzodiazepine und Z-Substanzen der AMK.
PZ
25.08.2020  18:00 Uhr

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) hat eine weitere Äquivalenzdosis-Tabelle veröffentlicht, um Apothekern den temporär erlaubten Aut-simile-Austausch zu erleichtern. Dieses Mal geht es um die Benzodiazepine und sogenannten Z-Substanzen, also Zolpidem und Zopiclon, die für die Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen zugelassen sind.

Prinzipiell können alle gelisteten Arzneistoffe untereinander ausgetauscht werden. Dabei sollte sich beim Austausch jedoch möglichst die Wirkdauer ähneln. Bekanntlich unterscheiden sich Benzodiazepine und Z-Substanzen deutlich in ihrer Wirkdauer und werden in kurz-, mittellang- und langwirksame Wirkstoffe eingeteilt. Leidet der Patient nur unter Einschlaf- und weniger unter Durchschlafstörungen, sind kurz wirksame Arzneistoffe wie Brotizolam, Triazolam oder Zolpidem eine gute Alternative. Als mittellang wirksam gelten Lormetazepam, Oxazepam, Temazepam und Zopiclon. Am längsten innerhalb der in der Tabelle genannten Wirkstoffe hält der Effekt von Flunitrazepam, Flurazepammonohydrochlorid, Flurazepam und Nitrazepam an. Andere Benzodiazepine, die andere Indikationen als die Therapie von Einschlaf- und Durchschlafstörungen haben, wie Midazolam oder Diazepam, sind hier nicht gelistet.

Grundsätzlich beziehen sich die genannten Dosierempfehlungen der neuen Äquivalenzdosis-Tabelle auf Erwachsene und die Indikation Ein- und Durchschlafstörungen. Bei bestimmten Gruppen wie älteren oder geschwächten Personen, Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz wie COPD oder eingeschränkter Leberfunktion sollte eine Dosierung im niedrigen Bereich gewählt werden, rät die AMK. Statt eines Benzodiazepins kann der S3-Leitlinie »Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen« gegebenenfalls auch ein sedierendes Antidepressivum oder Neuroleptikum zum Einsatz kommen.

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