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Pharmazeutische Bedenken

Bei diesen Arzneistoffen greifen Apotheker am häufigsten ein

Einige Arzneistoffe mit geringer therapeutischer Breite oder variabler Bioverfügbarkeit sind mittlerweile Teil der Substitutionsausschlussliste, zum Beispiel Schilddrüsenhormone, Phenprocoumon oder Carbamazepin. Nicht vom Austausch ausgeschlossen ist jedoch Levodopa, was sich in der Häufigkeit der dokumentierten pharmazeutischen Bedenken niederschlägt. Gerade im fortgeschrittenen Stadium der Parkinsonerkrankung ist es wichtig, dass der Patient genau eingestellt ist. Bei Levodopa können jedoch die (zugelassenen) Unterschiede in der Bioverfügbarkeit zwischen Präparaten verschiedener Hersteller zu bedeutsamen Unterschieden der Plasmaspiegel führen. Hydroxychloroquin, das bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt wird, kann mitunter schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen, sodass sich die pharmazeutischen Bedenken so erklären lassen.

Nicht nur die Medikamente und Darreichungsformen, auch der Patient selbst oder die Schwere der Erkrankung sind zu berücksichtigen. Ein Präparatewechsel kann den Patienten verunsichern und dadurch den Therapieerfolg beeinträchtigen. Besteht das Risiko, dass der Patient die Therapie nicht plangemäß fortsetzt, wenn er ein anderes Präparat erhält, kann dies ebenfalls ein Grund für pharmazeutische Bedenken sein, was zum Beispiel bei den oralen Kontrazeptiva, Hormonpräparaten zur Behandlung der Endometriose oder Methylphenidat der Fall gewesen sein könnte.

»Die Betrachtung der Darreichungsformen und Wirkstoffe, bei denen im Jahr 2020 am häufigsten pharmazeutische Bedenken gelten gemacht wurden, lässt den Schluss zu, dass die entsprechenden Fälle in der Praxis gut begründet sind und dass das Instrument von der Apothekerschaft verantwortungsbewusst eingesetzt wird, wie auch in den vorangegangenen Jahren«, resümiert Schulz.

*Dieser Text wurde am 21. Januar 2021 aktualisiert.

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