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FFP2-Maskenpflicht

Bayern verteilt kostenlose FFP2-Masken über Kommunen

Die 2,5 Millionen Masken für Bedürftige sollen aus dem bayerischen Pandemiezentrallager vom Technischen Hilfswerk an die Kommunen geliefert und von dort verteilt werden, etwa an Hartz-IV-Empfänger. «Wo wir den Schutz verbessern können, da halten wir das für sinnvoll», sagte Söder. Die FFP2-Masken seien kein Allheilmittel, aber gegenüber «den ganzen löchrigen Schals» jedenfalls eine deutliche Verbesserung. Auch mögliche Öffnungen im Handel nach dem aktuellen Lockdown seien irgendwann dann auch mit einem besseren Gewissen zu vertreten, sagte Söder. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) argumentierte, dass man ab Februar vielleicht Dinge öffnen könne, die man ohne FFP2 nicht guten Gewissens öffnen könnte. Söder nannte allerdings keine Daten - und stellte klar, Bayern werde nur wegen der FFP2-Maskenpflicht nicht schneller öffnen als andere Bundesländer. «Das werden wir alles einheitlich machen.»

Unmittelbar nach der Bekanntgabe der FFP2-Maskenpflicht ist die Nachfrage danach in Bayern gestiegen. In manchen Geschäften waren die Masken am Mittwoch ausverkauft, ein grundsätzlicher Engpass zeichnete sich aber nicht ab. «Die Lagerbestände an FFP2-Masken sind gut», sagte ein Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands. Auch der Handelsverband Bayern berichtete zwar von einer gestiegenen Nachfrage. Einen Ansturm gebe es aber nicht, sagte Geschäftsführer Bernd Ohlmann. «Von Hamsterkäufen oder dem Kampf um die letzte FFP2-Maske kann keine Rede sein.» In den Onlineshops großer Drogerie-Ketten waren am Mittwoch allerdings viele Angebote für FFP2-Masken nicht lieferbar.

Kritik an FFP2-Maskenpflicht

Die FFP2-Maskenpflicht war an sich auf viel Zustimmung gestoßen. Weil Söder und Holetschek am Dienstag aber zunächst keine Lösung präsentiert hatten, was die Kosten der Masken für Bedürftige angeht, hatte es auch Kritik gegeben. Es brauche schnelle und unbürokratische Lösungen für die Beschaffung solcher Masken für Menschen mit geringem Einkommen, hatte unter anderem der Sozialverband VdK gefordert. Die Arbeiterwohlfahrt forderte kostenlose Masken für alle: «Wenn Fachleute FFP2-Masken nur zur Einmalnutzung zulassen und das Stück mindestens zwei Euro kostet, dann überfordert der Freistaat Bayern nicht nur Grundsicherungsempfänger und Menschen mit wenig Einkommen, sondern auch Familien und alle Arbeitnehmer, die täglich mit dem ÖPNV pendeln müssen», argumentierte der Landesvorsitzende Thomas Beyer.

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