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Corona-Höchstwerte

»BA.2 setzt noch mal einen drauf«

Die Corona-Landkarte des RKI ist derzeit fast durchgehend lila gefärbt – das steht für Inzidenzen von mehr als 1000. Trotz nahenden Frühlings baut sich die BA.2-Welle weiter auf.
dpa
16.03.2022  16:00 Uhr
»BA.2 setzt noch mal einen drauf«

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erneut einen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl erfasster Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am heutigen Mittwoch mit 1607 an. Vor einer Woche hatte der Wert noch 1319 betragen. Zwar sind positive Tests nach wie vor bei Kindern im Schulalter, Jugendlichen und Erwachsenen bis 34 Jahre am häufigsten. Einen deutlich steigenden Trend verzeichnet das RKI allerdings bei den älteren Menschen. Zuletzt waren auch mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet worden.

Als Hauptgründe für die derzeitige Entwicklung gelten die laut Experten um etwa 40 Prozent besser übertragbare Omikron-Subvariante BA.2 und die Lockerungen von Schutzmaßnahmen. Bei den aktuellen Meldezahlen wird von einer hohen Zahl an Fällen ausgegangen, die nicht erfasst sind. Ein Hinweis auf die Dunkelziffer ist der Anteil positiv ausgefallener Tests: Der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) gab ihn für vergangene Woche mit knapp 54 Prozent an – ein Höchstwert in der Pandemie. Hintergrund könnte laut Verband sein, dass viele Infizierte keinen Arzt aufsuchen und/oder dass nach positivem Schnelltest oft kein PCR-Test mehr gemacht wird.

In den Gesundheitsämtern sei die Lage weiter sehr angespannt, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Dr. Johannes Nießen, am Mittwoch. »Wir haben steigende Infektionszahlen, der Omikron-Subtyp BA.2 setzt noch einmal einen drauf. Unser Fokus liegt auf den vulnerablen Gruppen – aber das heißt nicht, dass alle anderen Gruppen gar nicht mehr im Fokus sind.« Die Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine bedeute Zusatzaufgaben, wie etwa Tests auf SARS-CoV-2 und bei Gemeinschaftsunterbringung auch Untersuchungen auf Tuberkulose. 

Äußerungen, wonach bei den Angekommenen aus der Ukraine bis zu 30 Prozent positiv auf Corona getestet würden, hält Nießen für zu hoch gegriffen, wie er sagte. »Einzelne werden nach der Ankunft positiv getestet.« Bei Ausbrüchen in Unterkünften könnten jedoch durchaus schnell derart hohe Anteile von Infizierten erreicht werden. »Wichtig ist auch vor diesem Hintergrund, dass an der Maskenpflicht festgehalten wird. Kleine Maßnahme, große Wirkung«, sagte Nießen auch mit Blick auf die für Mittwoch im Bundestag geplante erste Lesung zu Änderungen des Infektionsschutzgesetzes zu künftigen Corona-Schutzmaßnahmen vom 20. März an.

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