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RKI-Bericht

B.1.1.7 macht 46 Prozent der Infektionen aus

Weitere Varianten, die etwa in Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P.1) zirkulieren, spielen dem RKI-Bericht zufolge hierzulande bislang eine untergeordnete Rolle. Ihre Anteile betragen 1 Prozent beziehungsweise 0,1 Prozent der Nachweise. Diese beiden Varianten werden von Gesundheitsbehörden ebenfalls als besorgniserregend eingestuft: Anders als bei der britischen Variante gibt es Hinweise, dass SARS-CoV-2-Genesene oder Geimpfte weniger gut vor einer Ansteckung mit dem veränderten Virus geschützt sind.  Eine Übersicht zu den verschiedenen Varianten ist hier zu finden.

Der Virologe Professor Dr. Christian Drosten von der Charité in Berlin erklärte am Dienstag im »Coronavirus-Update« (bei NDR-Info): »Wir haben eigentlich keinen Grund zur Befürchtung, dass die Südafrika-Variante so stark zunimmt wie die England-Variante in einer Bevölkerung, die nicht immun ist.« Sprich: Diese Variante hat vor allem einen Selektionsvorteil in vorimmunisierten Populationen.

Dagegen sei die britische Variante B.1.1.7 in Deutschland »anteilsmäßig nicht aufzuhalten«, sagte Drosten. In England könne das schon beobachtet werden: »Dort ist der Anteil dieser englischen Variante inzwischen praktisch vollständig gesättigt.« Es seien zwar noch Reste von anderen Varianten nachweisbar, aber das Infektionsgeschehen sei vollkommen von B.1.1.7 dominiert.

Laut einer »Science«-Studie vom Mittwoch macht B.1.1.7 in Großbritannien mit Stand Mitte Februar rund 95 Prozent der Neuinfektionen aus. Sie habe sich in über 80 Länder ausgebreitet, schreiben die Autoren um Dr. Nicholas Davies von der London School of Hygiene & Tropical Medicine. Für Großbritannien kommen sie zu der Einschätzung, dass die Zahl der Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch Covid-19 in diesem Jahr die Werte von 2020 noch übersteigen werde, wenn nicht strenge Kontrollmaßnahmen getroffen und das Impfen stark beschleunigt werde. Eine erhöhte Pathogenität konnten sie aus ihren Analysen zwar nicht ableiten, aber die Infektiosität von B.1.1.7 sei deutlich erhöht – der Studie zufolge um zwischen 43 und 90 Prozent.

Auch in Dänemark dominiert die Mutante inzwischen. Sie wurde bislang bei mehr als 5000 Personen nachgewiesen, in der Vorwoche wurde sie in etwa 75 Prozent aller analysierten Corona-Proben entdeckt.

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