Pharmazeutische Zeitung online

Viel Arbeit

15.12.2009  14:45 Uhr

Ein ereignisreiches Jahr 2009 geht zu Ende, das der Apothekerschaft mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg am 19. Mai mehr Rechts- und Planungssicherheit gegeben hat. Rechtssicherheit, weil das in Deutschland geltende Fremd- und Mehrbesitzverbot mit den EU-Richtlinien im Einklang steht, und Planungssicherheit, weil der Berufsstand jetzt mit neuen Konzepten dieses System nachhaltig stärken und stabilisieren kann.

 

Eines sollte allerdings klar sein: Auch diejenigen, die eigentlich ein anderes Apothekenwesen wollen, sehen für sich mehr Rechtssicherheit. Vor wenigen Tagen sagte dies Celesio-Chef Fritz Oesterle in einem Interview mit der Tageszeitung »Die Welt«. Für ihn ist nun klar, was passieren muss, wenn es in Deutschland Apothekenketten geben soll. Die Verlierer der Luxemburger Entscheidung haben nicht aufgegeben. Sie haben lediglich ein anderes Konzept. Ihre Aktivitäten laufen auf Hochtouren und die Beeinflussung der Meinungsbildner wird noch intensiver betrieben als vor dem EuGH-Urteil. Öffentlich bezeichnen sie das Urteil als einen Fehler, gleichzeitig weisen sie aber auch darauf hin, dass Fremd- und Mehrbesitz in Deutschland nicht verboten bleiben müssen. Deshalb darf der Berufsstand nicht müde werden, die inhabergeführte, unabhängige Apotheke als Garant für eine flächendeckende Arzneimittelversorgung herauszustellen.

 

Das zweite herausragende Ereignis in 2009 ist der Regierungswechsel von Schwarz/Rot zu Schwarz/Gelb mit dem Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums von Ulla Schmidt (SPD) zum FDP-Politiker Philipp Rösler. Die im Koalitionsvertrag verankerte Entscheidung, Pick-up-Stellen verbieten zu wollen, hat die Apothekerschaft sicher erfreut. Allerdings wird sich erst im nächsten Jahr zeigen, wie die neue Regierung dies politisch auf den Weg bringen will. Der Regierungswechsel wird auch die lang angekündigte Novellierung der Apothekenbetriebsordnung beschleunigen. Dabei wird es wesentlich darauf ankommen, wie die Heilberuflichkeit der Apotheker in der Verordnung festgeschrieben wird. Für die berufspolitisch Verantwortlichen in der Apothekerschaft bedeutet dies viel Arbeit.

 

Schließlich wird der Schiedsspruch zum Apothekenabschlag, der voraussichtlich am 21. Dezember gefällt wird, beeinflussen, wie die persönliche Bilanz eines jeden Apothekers in diesem Jahr ausfällt. Eine Senkung würde aber sicher von den Neidern zu einer neuen Kampagne gegen die Apotheken genutzt werden, auf die der Berufsstand argumentativ gut vorbereitet sein muss und auch schon ist.

 

Die Pharmazeutische Zeitung bedankt sich bei ihren Lesern für ihre Treue und wünscht Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest, einige besinnliche Tage und viel Erfolg im neuen Jahr.

 

Professor Dr. Hartmut Morck

Chefredakteur

Mehr von Avoxa