Pharmazeutische Zeitung online
BPhD

Tagen in Baden

20.12.2010
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Von Mareike Zuck / Im November fand die 109. Bundesverbandstagung des BPhD in Freiburg statt. Nach der Begrüßung durch die Fachschaft Freiburg sowie die BPhD-Präsidentin Maria-Christina Scherzberg startete die Tagung an einem Freitagabend in der Universität Freiburg.

Professor Dr. Manfred Jung vom Lehrstuhl für Pharmazeutische und Medizinische Chemie in Freiburg entführte uns für eine halbe Stunde in die Welt der Epigenetik und schaffte es, das Wissen der Studierenden, sowohl im Grundstudium als auch im Hauptstudium, um interessante Aspekte zu erweitern. Im 17. Stockwerk über den Dächern von Freiburg klang der Abend dann bei einem leckeren Abendessen mit atemberaubendem Ausblick aus. Übernachtet wurde seit Langem mal wieder in einer Turnhalle. In geselliger Festival-Atmosphäre wurden Matten ausgebreitet und kleine Lagerplätze geschaffen. Ein definitiv uriges und einmaliges Ereignis, das die Gemeinschaft stärkte.

Am Samstag gab es ein abwechs­lungs­reiches Programm mit Vorträ­gen, Vorstandswahlen und Work­shops. Verabschiedet wurde Johanna Walz aus Regensburg, die nach vier Semestern ihr Amt als IPSF Contact Person niederlegte, da sie kurz vor dem Zweiten Staatsexamen steht. Das Amt wurde von Angelina Blu­menthal aus Greifswald übernom­men.

 

Neues Gesicht der Homepage

 

Aus ähnlichen Gründen wurde Eva Griewel aus Hamburg, Beauftragte für Lehre und Studium, ebenfalls nach vier Semestern verabschiedet, da sie nun kurz vor dem Dritten Staats­exa­men steht. Als Nachfolgerin wurde Jo­hanna Lempp aus Freiburg ge­wählt.

 

Wir bedanken uns bei den beiden Ausgeschiedenen für ihre gute Arbeit und eine tolle gemeinsame Zeit und wünschen beiden viel Erfolg bei den anstehenden Prüfungen. Den neu gewählten Vorständlern wünschen wir viel Spaß und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

 

Vorgestellt wurde auch die neue Internetpräsenz des BPhD, die sowohl inhaltlich als auch optisch komplett überarbeitet wurde und nun moderner, aktueller und vor allem benutzerfreundlicher auftritt.

 

Ein weiterer Höhepunkt war die Podiumsdiskussion am Samstagnachmittag zum Thema »Bachelor-Master-System in der Pharmazie« an (siehe Kasten).

Bachelor/Master in der Pharmazie – Chance oder Bedrohung?

Sind die neuen Bachelor-Master-Studiengänge in Freiburg und München eine Bedrohung für die Anzahl an Staatsexamens-Studienplätzen? Wird es bald zu einem Mangel an Approbierten kommen? Wird dadurch nicht eine Konkurrenzsituation um Promotions- und Arbeitsstellen geschaffen? All diesen Fragen stellten sich Dozenten und Studierendenvertreter der verschiedenen Studiengänge bei der Podiumsdiskussion am Samstagnachmittag.

 

Das B/M-System fokussiert auf eine spätere wissenschaftliche Tätigkeit in der Industrie oder der Hochschule: Auch auf wissenschaftliches Arbeiten soll ein größeres Augenmerk gelegt werden als beim Staatsexamen. Dadurch haben viele angehende Apotheker die Sorge, dass eine Konkurrenzsituation eintreten könnte, bei der ein Master bessere Chancen auf eine Promotionsstelle hat als ein Absolvent des Staatsexamensstudien­ganges. Dem kann man jedoch selbstständig als Student/in entgegenwirken, indem man die Hälfte des Praktischen Jahres als Diplomand oder wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität verbringt. Ein weiterer Gedanke war die doch sehr starre Ausrichtung bei einem B/M-Studiengang. So legt man doch schon deutlich die Weichen in Richtung einer wissenschaftlichen Arbeit im Anschluss. Aus Erfahrung berichtete jedoch Apotheker Otto Quintus Russe von der Johann-Goethe-Universität in Frankfurt am Main, dass am Anfang des Studiums viele Studierende die Meinung vertreten, nach dem Studium in die Wissenschaft zu gehen, am Ende nach der Approbation aber doch in der deutlichen Mehrheit in der Apotheke arbeiten. Es ist also während dem Studium ein deutliches Umdenken im Hinblick auf die Perspektiven nach dem Studium zu beobachten. Ist es somit einem Abiturienten und Studienanfänger wirklich zumutbar, schon über die Zukunft entscheiden zu können, ohne eventuelle Perspektiven erfahren zu können, wie es bei der Famulatur und dem Praktischen Jahr im Staatsexamen vorgesehen ist?

 

Ein spannendes Thema, bei dem die Meinungen deutlich auseinandergingen und eine heiße Diskussion entfachte – erst unter den Podiumsteilnehmern, anschließend aber auch durch die Fragen aus dem Plenum. Abschließend kann man sagen, dass diese Diskussion gezeigt hat, dass Konkurrenzdenken und Zukunftsängste unbegründet sind. Daher wollen wir Studierenden des Staatsexamensstudienganges in Zukunft wieder selbstbewusster unseren Studiengang vertreten und uns nicht in »Grabenkämpfen« gegen ein neues System verzetteln.

 

Wir danken folgenden Teilnehmern, durch die diese Podiumsdiskussion möglich wurde:

 

Professor Dr. Bernd Clement aus Kiel (Vertreter des Studienganges Staatsexamen)

Professor Dr. Franz Paintner aus München (Vertreter des Studienganges Bachelor/Master)

Professor Dr. Michael Müller aus Freiburg (Vertreter des Studienganges Bachelor/Master)

Otto Quintus Russe aus Frankfurt am Main (Apotheker)

Lucas Kraft aus Freiburg (Bachelor-Student)

Stephanie May aus München (Master-Studentin)

 

Zudem informierte Timmy Klebb von der Deutschen Ärzte Finanz die Studierenden über die Aufgaben und Leistungen der berufsständischen Versorgungswerke und stellte eine Möglichkeit zur Absicherung einer Berufsunfähigkeit schon während des Studiums vor.

 

Der Samstagabend klang nach einem anstrengenden Tag im universitätseigenen Veranstaltungskeller (Peterhofkeller) aus. Die historischen Kellergewölbe boten eine tolle Atmosphäre, in der die Pharmazeuten mit eigenem DJ unter sich den Abschluss eines arbeitsreichen Tages feierten.

 

Der Sonntagmorgen stand ganz im Zeichen des Internationalen. Das Auslandsreferat des BPhD-Vorstandes informierte über die Aktionen des vergangenen Semesters und berichtete von den Kongressen in Slowenien und Helsinki (siehe Folgeseite). Ferner wurden am Sonntag verschiedene Anträge behandelt. Das Plenum forderte den BPhD-Vorstand auf, sich über die Ergebnisse einer ABDA-Kommission zur Qualität der Ausbildung im dritten Abschnitt zu informieren und die Ergebnisse auf der nächsten BVT vorzustellen.

 

Des Weiteren referierte Dr. Maurits Kuiper von den Dr. Ravati Seminaren über das Thema »Prüfungsvorbereitung« – und trotz des doch recht langen Vortrages und ein paar Schlafdefiziten unter den Delegierten schaffte er es, das Plenum durch seine lockere und junge Art zu fesseln. Nachdem alle Punkte der Tagesordnung behandelt waren, wurde die Bundesverbandstagung von BPhD-Präsidentin Maria-Christina Scherzberg geschlossen. Die Studenten pilgerten – bepackt mit Lunchpaketen – zurück in ihre Heimat- beziehungsweise Studienstädte. Wir freuen uns auf nächstes Jahr, wenn es am Himmelfahrtswochenende im Juni heißt: Willkommen am Ostseestrand in Kiel! / 

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