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Apothekerhaus

Sieben Vorschläge für eine neue Bleibe

10.12.2014
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Von Daniel Rücker und Stephanie Schersch, Berlin / Die Suche der ABDA nach einer neuen Bleibe geht voran. Bei ihrer Mitglieder­versammlung hat die Bundesvereinigung über sieben Immobilien diskutiert, die als Apothekerhaus infrage kommen könnten. Spätestens im Sommer soll die endgültige Entscheidung für eines dieser Objekte fallen.

»Die Suche ist um Grunde abgeschlossen«, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt vergangene Woche im Anschluss an die Versammlung. Bei den Objekten handelt es sich um drei fertige Immobilien und vier Bauvorhaben. Die Mitgliederversammlung habe die Auswahl diskutiert und Kriterien festgelegt, die für die letztliche Entscheidung ausschlaggebend sein sollen, so Schmidt. Er plädiere zwar grundsätzlich für einen zügigen Umzug aus der Jägerstraße in ein neues Objekt. Die Debatte mit Kammern und Verbänden habe jedoch gezeigt, dass Funktionalität und Zukunftssicherheit an oberster Stelle stehen. »Zeiterwägungen treten dahinter zurück.«

 

Ausreichend Platz

 

Schmidt zufolge spricht vor diesem Hintergrund vieles für ein Bauvorhaben. Die ABDA sucht ein Objekt, das auch für künftige Mitarbeiter ausreichend Platz bietet, wenn die Bundesvereinigung weiter wächst. Bei einem noch nicht fertiggestellten Projekt könnte die ABDA stärker Einfluss auf die Ausgestaltung der Räumlichkeiten nehmen. Allerdings benötige die Errichtung einer neuen Immobilie im Schnitt anderthalb bis drei Jahre, so Schmidt.

 

Der geschäftsführende Vorstand der ABDA soll die Auswahl der Objekte anhand der festgesetzten Kriterien nun weiter eingrenzen und das Ergebnis spätestens bis zur nächsten Mitgliederversammlung im Sommer präsentieren. Dort sollen sich Kammern und Verbände dann für eine Immobilie entscheiden.

 

Dass die ABDA aus der Jägerstraße auszieht, hatten die Apotheker bereits im Juni beschlossen. Hintergrund sind fehlende Büroräume, denn das Mendelssohn-Palais bietet nicht allen Mitarbeitern Platz. Als Alternative zum Umzug hatte damals auch eine Erweiterung des Apothekerhauses zur Debatte gestanden. Dieses Vorhaben wäre jedoch recht teuer gewesen. Ungeklärt war bis zum Schluss zudem, ob ein Ausbau mit Blick auf den Denkmalschutz überhaupt möglich gewesen wäre.

 

Natürlich war das Apothekerhaus nicht das einzige Thema der Mitgliederversammlung. Diskutiert wurde auch über das Perspektivpapier 2030, das der Deutsche Apothekertag im Herbst angenommen hatte. Mit der Umsetzung der darin formulierten Ziele steht die eigentliche Herausforderung aber noch bevor. ABDA-Präsident Schmidt kündigte an, das in manchen Punkten bewusst offen formulierte Papier werde nun konkretisiert. Dann solle die Umsetzung beginnen.

 

Schwarz-Weiß-Denken

 

Dabei wünscht sich Schmidt Offenheit für Neuerungen. Bei der Diskussion über das Perspektivpapier neigten die Apotheker zum Schwarz-Weiß-Denken. Das sei falsch. Es gehe nicht darum, die Ausbildung der Apotheker und die Arbeit in der Apotheke komplett infrage zu stellen. Das Perspektivpapier sei die Basis für eine Fortentwicklung der Pharmazie hin zu einer stärkeren Patientenorientierung.

 

Schmidt verdeutlichte seine Kritik am Beispiel der Ausbildung. Hier fordere das Perspektivpapier eine stärkere Patientenorientierung, dies sei auch richtig. Das bedeute aber nicht, dass die naturwissenschaftliche Basis des Studiums entfalle. Apotheker müssten immer Naturwissenschaftler bleiben. Skepsis und Risikobewusstsein seien wichtige Eigenschaften von Naturwissenschaftlern und in der Arzneimittelversorgung zwingend notwendig. Bei der patientenorientierten Arbeit in der Apotheke gebe es aber auch immer wieder Situationen, die der Apotheker nicht naturwissenschaftlich lösen könne.

 

Bessere Kommunikation

 

Dafür benötigte er kommunikative Fertigkeiten, die er bislang im Studium nicht lerne. Der Beginn der Umsetzung des Perspektivpapiers wird eine wichtige Herausforderung im Jahr 2015 sein, sagte Schmidt. Die Arbeit gehe jetzt erst richtig los.

 

Im kommenden Jahr will die ABDA weiterhin für eine bessere Honorierung der Apotheker kämpfen. Weil die Bundesregierung den Bundesrat nicht am Versorgungsstärkungsgesetz beteiligen wollte, wurden die Honorarforderungen der Apotheker nicht in das Gesetz aufgenommen. 2015 müsse dies nachgeholt werden, sagte Schmidt. Die wirtschaftliche Lage der Apotheker müsse sich dringend bessern. /

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