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Famulatur

Was gibt es zu bedenken?

07.12.2009
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Von Anna Knecht, Jena / Noch während die Studienanfänger mit dem ersten Semester Pharmazie beschäftigt sind, müssen sie sich schon Gedanken über ihre Famulatur machen. Diese ist zur Zulassung für das Erste Staatsexamen notwendig. Um Anregungen zu geben und Fragen zu klären, veranstaltete die Fachschaft Pharmazie einen Informationsabend.

Ob öffentliche Apotheke, Krankenhausapotheke oder pharmazeutische Industrie: Dem Studierenden bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die vorgeschriebene Famulatur zu absolvieren. Mitte November konnten sich alle interessierten Studienanfänger in Jena über dieses Thema informieren. Dazu lud die Fachschaft Dr. Eva Bartsch aus Jena ein, die aus dem Alltag einer öffentlichen Apotheke berichtete.

Aufgeschlossenheit und Interesse seien die wichtigsten Eigenschaften eines Famulanten, um den täglichen Ablauf kennenzulernen. Zu den Aufgaben des Famulanten in der öffentlichen Apotheke zählt die Arbeit im Warenlager, um ein Gefühl für den Beruf und die Medikamente zu bekommen. Aber auch die Hilfe bei der Herstellung von Rezepturen und die damit verbundene ausführliche Dokumentation in Form von Herstellungsprokollen und Qualitätssicherung, soll Einblick in die praktische Arbeit eines Apothekers geben.

 

Weiterhin informierte Diplom-Pharmazeut Robert Hüttner aus Eisenberg über die Aufgabenbereiche eines Apothekers in einer Krankenhausapotheke. Auch dort kann die Famulatur durchgeführt werden. Dabei durchläuft der Famulus alle Abteilungen der Krankenhausapotheke, so zum Beispiel auch das Warenlager, welches aber in viel größerer Dimension vorhanden sein muss als in einer öffentlichen Apotheke. Etwas ungewohnt ist auch der fehlende Patientenkontakt. Dafür zählt die Herstellung von Zytostika und sterilen Rezepturen zum Aufgabenfeld des Apothekers. Hüttner sagte, dass Studienanfänger immer erwünscht sind, um ihnen die Vielseitigkeit des Berufes zu demonstrieren. Aber auch Studenten im Praktischen Jahr nach dem Zweiten Staatsexamen wurden motiviert, sich zu bewerben, da in Zukunft die Krankenhausversorgung durch Apotheker auf den Stationen verbessert werden soll und somit zukünftig auch Patientenkontakt eine größere Rolle in der Krankenhausapotheke spielen wird.

Auch wenn der passende Arbeitsplatz für die Famulatur gefunden wurde, gilt es doch, so einige wichtige Tipps zu beachten. Darüber klärte Robert Penzis aus der Fachschaft auf. Bei weiteren Fragen stand Professor Dr. Dagmar Fischer vom Institut der Pharmazeutischen Technologie in Jena mit Rat und Tat zur Seite. So muss zum Beispiel darauf geachtet werden, dass mindestens vier Wochen in einer öffentlichen Apotheke gearbeitet wird. Die anderen vier Wochen können auch in anderen Bereichen absolviert werden, wo Apotheker tätig sind. Beliebt ist auch die pharmazeutische Industrie, die aber nur wenige Plätze zur Verfügung stellen kann. Daher ist es ratsam, sich frühzeitig um eine Famulaturstelle zu bewerben. Dort zählen vor allem die Zulassung von Arzneimitteln, Qualitätssicherung, Marketing und klinische Prüfung zu dem Tätigkeitsfeld des Apothekers.

 

Vordrucke zum Download

 

In der Approbationsordung sind genau 28  Tage für die Famulatur vorgeschrieben und eventuelle Krankheitstage müssen nachgeholt werden. Auch wenn die Arbeit meist in der vorlesungsfreien Zeit des Semesters statt findet, stehen dem Famulanten keine Urlaubstage zur Verfügung. Es bietet sich auch die Möglichkeit, die Arbeit eines Apothekers im Ausland kennenzulernen. Doch vorher muss geprüft werden, ob das zuständige Landesprüfungsamt diese Famulatur auch anerkennt.

 

Zum Abschluss jeder Famulatur ist es wichtig, dass der zuständige Apotheker eine Bescheinigung über die Tätigkeit des Famulus ausstellt. Ein Vordruck findet sich unter www.cgi.uni-regensburg.de/Studentisches/FS_Pharmazie/files/misc/famulatur-bescheinigung.pdf. Auch bei den Fachschaften und den Landesprüfungsämtern ist ein solcher in der Regel erhältlich. Empfehlenswert ist ferner der Abschluss eines schriftlichen Vertrages über die Vereinbarung der Famulatur. Ein Entwurf ist zum Beispiel unter www-cgi.uni-regensburg.de/Studentisches/FS_Pharmazie/files/misc/famulatur-vereinbarung.pdf zu finden.

 

Dank an alle Referenten, die mit vielen Ratschlägen und Informationen den Studienanfängern einen Einblick in den vielseitigen Berufs eines Apothekers geben konnten und die Suche nach dem passenden Famulaturplatz erleichterten. / 

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