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Polymedikation

Laumann setzt auf EGK

03.12.2014
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Von Anna Hohle / Welche Medikamente ein Patient verschrieben bekommt, sollte so bald wie möglich auf dessen elektronischer Gesundheitskarte (EGK) gespeichert werden können. Das sagte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), vergangene Woche auf einer Veranstaltung der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) in Berlin.

Schon im Juli hatte die UPD in ihrem jährlich herausgegebenen Monitor Patientenberatung darauf hingewiesen, dass auffällig viele Patienten sich mit Fragen zu Medikamenten und Wechselwirkungen an die Beratungsstelle wenden. Viele von ihnen fühlten sich von ihrem Arzt nicht genügend aufgeklärt, hieß es damals. Fast die Hälfte der Ratsuchenden nahm mehr als fünf Arzneimittel gleichzeitig ein: ein Problem, das sich angesichts immer mehr alter und multimorbider Patienten künftig noch verschärfen wird. Auch habe sich herausgestellt, dass viele der Patienten keine leitliniengerechte Medikation erhielten, hieß es im Bericht.

Laumann betonte nun, man müsse im Bereich Telematik dringend weiterkommen. »Die moderne Technologie muss genutzt werden, um mehr Transparenz im Gesundheitswesen zu schaffen«, so der Patientenbeauftragte. Es könne kein Dauerzustand bleiben, dass ein Arzt nicht erfahre, was sein Kollege demselben Patienten verschrieben habe. Laumann wies in diesem Zusammenhang auf die wichtige Funktion des Apothekers hin. Dieser wirke hier als »stabilisierender Faktor«. Allerdings erfahre auch der Pharmazeut nicht immer, ob ein Patient möglicherweise noch weitere Medikamente in anderen Apotheken kauft.

 

Bis die EGK so weit sei, könne man Patienten nur immer wieder darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass sie jedem Arzt und jedem Apotheker alle eingenommenen Medikamente mitteilen, so Laumann. Patienten müssten auch in den Medien darüber aufgeklärt werden, dass jedes Medikament Wechselwirkungen haben kann, auch rezeptfreie Mittel, so der Politiker weiter. Da­rüber hinaus könnten Ärzte und Apotheker ihre Patienten darauf hinweisen, dass sie einen Medikamentenausweis aus Papier ausfüllen und etwa im Portemonnaie bei sich tragen könnten, schlug Laumann vor. /

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