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Studie

BfArM erfasst Medikationsfehler

03.12.2014  10:22 Uhr

Von Annette Mende / Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) will Häufigkeit und Ursache von Medikationsfehlern in einem neuen Forschungsprojekt untersuchen.

Dazu sollen über jeweils ein Jahr lang in den Universitätskliniken Bonn, Fürth und Ulm sämtliche Notfalleinweisungen daraufhin untersucht werden, ob sie durch Fehler bei der Verschreibung oder Anwendung von Arzneimitteln zustande kamen. Das vom Bundes­gesundheitsministerium geförderte Projekt läuft in Kooperation mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und ist Teil des Aktionsplans Arzneimitteltherapiesicherheit 2013-2015, teilt das BfArM mit.

Mindestens 5 Prozent der Krankenhauseinweisungen sind die Folge unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) – diese Zahl liest man immer wieder, doch gibt es über die Häufigkeit und die Ursachen von Medikationsfehlern in Deutschland bisher nur wenige Daten. Schätzungen zufolge sind UAW durch vermeidbare Medikationsfehler der Grund für etwa 500 000 Notfall-Krankenhauseinweisungen pro Jahr in Deutschland. Die Leiter des Forschungsprojekts rechnen mit etwa 90 000 erfassten Fällen, von denen voraussichtlich jeder zehnte auf UAW zurückgeht. Ein Ziel des Projekts ist es, herauszufinden, wie groß der Anteil der Medikationsfehler an diesen Fällen ist und wie oft UAW bei korrekter Arzneimittelanwendung die Ursache sind. Das BfArM erhofft sich von der Analyse neue Erkenntnisse, um bessere Strategien zur Vermeidung von Medikationsfehlern zu entwickeln. /

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