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PZ-Management-Kongress

Ideen und Strategien für Veränderungen

04.12.2012
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Von Daniel Rücker / Es ist schön, wenn die Apotheke gut läuft. Bei aller Freude über aktuellen Erfolg, gilt es aber auch, rechtzeitig Veränderungen einzuleiten. Beim 15. PZ-Management-Kongress auf Mallorca geht es auch darum, wie man die eigene Apotheke zukunftsfest macht.

Gute Ideen tragen für mehr als eine Apotheke. Am zweiten Kongresstag stellen zwei Apotheker ihre Apothekenkonzepte vor. Dem Berliner Apotheker Dr. Detlef Glaß ist dabei etwas Ungewöhnliches gelungen. Am Prenzlauer Berg in Berlin hat er zusammen mit rund 40 Ärzten verschiedener Fachrichtungen ein Gesundheitszentrum eröffnet. Bemerkenswert daran ist, dass alle Ärzte ihre Miete selbst bezahlen. Die Zusammenarbeit der Nordring-Apotheke mit den Ärzten funktioniert über Synergien und gleiche Interessen, nicht über finanzielle Vergünstigungen.

 

Aus eigener Herstellung

 

Der Koblenzer Apotheker Andreas Kiefer hat sich für einen anderen Weg entschieden. Der Leiter der Sophien-Apotheke hat sich als Zukunftsstrategie bei der Vergangenheit bedient. Er stellt seine eigenen Arzneimittel her, die er nicht nur in seiner Apotheke verkauft. Er bietet sie auch anderen Apotheken an und das mit Erfolg.

Lohnen kann sich auch ein Blick über die Landesgrenzen. Die Rahmenbedingungen für Apotheken in den Niederlanden und in der Schweiz unterscheiden sich deutlich von denen in Deutschland. Wohl auch deshalb gibt es in beiden Ländern Entwicklungen, die es bei uns (noch) nicht gegeben hat. In der Schweiz bieten Apotheker unter dem Begriff »pharmazeutische Fachleistungen« Services an, von denen manche in Deutschland zum Abbruch diplomatischer Beziehungen zwischen Ärzten und Apothekern führen würden. Dazu zählen das Impfen oder der Polymedikations-Check. Rund ein Drittel ihres Umsatzes erwirtschaften die Schweizer Apotheker heute mit solchen Dienstleistungen. Das Schweizer Apothekenwesen stellt Apotheker Marcel Mesnil den Teilnehmern des Management-Kongresses vor.

 

In den Niederlanden setzen die Apotheker nicht auf Konfrontation mit den Ärzten. Sie greifen zwar deutlich stärker in die Medikation ein als dies in Deutschland üblich ist. Sie tun dies aber im Konsens mit den niederländischen Ärzten. Medikationsmanagement, wie es in Deutschland Bestandteil des ABDA-KBV-Modells werden soll, ist für Apotheker in Amsterdam oder Eindhoven Tagesgeschäft. Die deutsche Apothekerin Eva Siedenburg berichtet beim Management-Kongress über ihre Arbeit in einer niederländischen Apotheke.

 

Ab einem bestimmten Alter denkt man nicht mehr über neue Unternehmensstrategien nach, wenn man sich Gedanken über die Zukunft seines Betriebes macht, sondern über einen Nachfolger. Seltener als früher, aber dennoch häufiger als in anderen Branchen fällt dabei der Blick auf den eigenen Nachwuchs. Zwei Generationen in einem Betrieb bedeuten aber auch eine familiäre Belastungsprobe. Der Tübinger Buchhändler Christian Riethmüller weiß das genau, er leitet mit seinem Vater, seinem Onkel und den drei Ehefrauen gemeinsam die Osiandersche Buchhandlung. Auf Mallorca spricht er über die Risiken und Nebenwirkungen von Familienbetrieben und mögliche Fehler bei der Staffelübergabe.

 

Verändertes Umfeld

 

Unternehmer sind für ihren Betrieb allein verantwortlich. Das gilt auch für Apotheker. Im Gegensatz zu anderen sind sie als Freiberufler gerade nicht vollkommen frei in ihren Entscheidungen. Reformen und Gesetze verändern das Umfeld immer wieder und auch Parteien, die sich als liberal bezeichnen, schränken Apotheker manchmal ein. Wie viel Freiheit bleibt den Apothekern? Dieser Frage widmet sich der Jurist und ABDA-Geschäftsführer Lutz Tisch in seinem Vortrag. Der 15. PZ-Management-Kongress »Ideen für morgen – Apotheke 2015« findet vom 20. bis zum 23. März im Castillo Hotel Son Vida nordwestlich von Palma statt. Er wird unterstützt von der VSA, Awinta, Bionorica und Pharmaprivat. Das Kongressprogramm und die Anmeldeunterlagen finden Sie im Serviceteil der Druckausgabe. /

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