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GKV-Ausgaben

Rund 4 Prozent Plus

23.11.2016
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Von Jennifer Evans / Umsatzschwelle und Preismoratorium – das für 2017 geplante Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) wirft in puncto Einsparungen seine Schatten voraus. Wie sich die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in diesem Jahr tatsächlich entwickelt haben, hat das Unternehmen QuintilesIMS am Dienstag in Berlin vorgestellt.

Die GKV-Ausgaben für Arzneimittel und Diagnostika, ohne Impfstoffe, sind in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 um 4,2 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis der QuintilesIMS-Auswertungen, einem internationalen Serviceunternehmen für Informations- und Technologielösungen im Gesundheitsbereich. Grund sei der vermehrte Einsatz innovativer Medikamente, besonders in der Krebstherapie, heißt es.

Rückgängig sind hingegen die Kosten etwa bei antiviralen Mitteln (ohne HIV-Arzneien), die mit minus 37 Prozent vor allem Hepatitis-Mittel betreffen. »Die aktuelle Marktentwicklung ist vor allem durch strukturelle Veränderungen, nämlich Wechsel im Verordnungsverhalten der Ärzte, bestimmt. Dazu gehören beispielsweise Verordnungswechsel zu anderen Dosierungen und Packungsgrößen sowie zu innovativen Medikamenten«, so Dagmar Wald-Eßer von QuintilesIMS. Diese sogenannte Strukturkomponente bedinge mit einem Plus von 3,8 Prozent größtenteils den Umsatzzuwachs. Die Verordnungsmenge schlage mit einem Plus von knapp zwei Prozent zu Buche, während die Arzneimittelpreise im Marktdurchschnitt um fast 2 Prozent rückläufig seien, so Wald-Eßer.

 

Dass sich trotz Innovationen Einsparungen erzielen lassen, zeigt laut QuintilesIMS das Volumen der abzuführenden Nachlässe, welche die pharmazeutischen Hersteller per Gesetz den Krankenkassen auf Präparate gewähren müssen. Sie belaufen sich den Auswertungen zufolge 2016 bislang auf über 2 Milliarden Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei die geschätzten 3,5 Milliarden Einsparungen aufgrund von Rabattverträgen. Dabei sind um 59 Prozent höhere Einsparungen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, derzeit 832 Millionen Euro. Wenig Bewegung zeigt sich nach QuintilesIMS-Angaben bei den Abschlägen beim Preismoratorium, die sich auf 230 Millionen Euro belaufen. Seit 2010 dürfen Hersteller Medikamentenpreise ohne Festbetrag nicht erhöhen. Dieses sogenannte Preismoratorium soll im Rahmen des AM-VSG bis 2022 verlängert werden. /

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