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Versorgungsforschung

Therapie trifft Patient

20.09.2017
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Von Jennifer Evans, Berlin / Erkenntnisse aus der Versorgungs- forschung können dazu beitragen, die passende Therapie schneller zum passenden Patient zu bringen. Das belegen Auswertungen des Beratungsunternehmens QuintilesIMS. Demnach vermitteln sogenannte Real World Daten ein ganzheitlicheres Bild mit Blick auf Sicherheit und Wirksamkeit aktueller Therapien.

Studien, die auf Basis solcher Real World Daten entstehen, böten die Chance, herkömmliche klinische Studien in vielfacher Weise zu ergänzen, sagte Gisela Maag, Pressesprecherin bei Quintiles­IMS. Damit ließen sich etwa Erkenntnisse zu epidemiologischen Aspekten von Krankheiten, zur Anwendung von Medikamenten und Arzneimitteltherapiesicherheit ableiten. So könnten Ärzte ihr Wissen etwa durch Therapievergleiche erweitern, erläuterte Maag: »Patienten sind über Risiken besser aufgeklärt, Kostenträger können Informationen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis von Behandlungen bekommen und die pharmazeutische Industrie erhält Aufschluss etwa über die Anwendung von Arzneimitteln.« Aufsichtsbehörden könnten zudem vertiefte Einblicke in Sachverhalte gewinnen, die für Zulassungen relevant seien.

 

Apothekenmarkt moderat

Als weiteren Teil der Gesundheitsversorgung in Deutschland beleuchtete Dagmar Wald-Eßer, die bei QuintilesIMS im Bereich Health Policy tätig ist, die Umsatzentwicklung im deutschen Apothekenmarkt für das erste Halbjahr 2017. Diese liegt demnach bei moderaten plus 3,5 Prozent, das Umsatzvolumen (Verkaufspreis abzüglich Abschläge und Rabatte) bei 26,6 Milliarden Euro.

 

Der Gesamtmarkt beinhaltet nach Angaben des Unternehmens sowohl Verordnungen zulasten der Gesetzlichen und Privaten Krankenversicherung als auch die von Patienten selbst bezahlten Arzneimittel. Die Mengenentwicklung im GKV-Segment für Rx-Präparate ist Wald-Eßer zufolge tendenziell rückläufig, während sie bei der PKV um 1 Prozent gestiegen ist. Insgesamt hat sich laut Analysen in den ersten sechs Monaten des Jahres für die GKV bei Arzneimitteln eine Einsparsumme von 2,1 Milliarden Euro durch Hersteller- und Apothekenabschläge ergeben. Das seien 9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, so Wald-Eßer.

 

Interessant sei auch, dass trotz des Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober 2016 weiterhin 99 Prozent aller rezeptpflichtigen Arzneimittel (Wert: 15,1 Milliarden Euro) in öffentlichen Apotheken abgegeben werden. Seit dem Urteil dürfen Versender mit Sitz im EU-Ausland Kunden Rabatte auf Rx-­Medikamente anbieten, während für deutsche Apotheken weiterhin die Preisbindung gilt. Der Umsatzanteil des Rx-Versandhandels macht mit 150 Millionen Euro lediglich 1 Prozent aus. /

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