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Großhandel

Celesio hat weiter zu kämpfen

19.11.2013
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Von Stephanie Schersch / Celesio setzt die Rabattschlacht im deutschen Großhandelsmarkt weiter zu. Nach einem dicken Minus im vergangenen Jahr konnte der Konzern zwischen Januar und September allerdings wieder einen Überschuss erzielen.

Auch Währungseffekte wirken sich negativ auf das Ergebnis des Stuttgarter Pharmagroß­händ­lers aus. In den ersten neun Monaten des Jahres konnte Celesio einen Umsatz von 16 Milli­arden Euro erzielen, wie das Unternehmen vergangene Woche bekannt gab. Das ist ein Minus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Währungs­effekte und Belastungen insbesondere aus dem Verkauf der Großhandelssparten in Tschechien und Irland lag der Umsatz allerdings in etwa auf Vorjahresniveau.

Auch das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis lag mit 6,6 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert. Rechnet man auch hier die Währungseffekte heraus, bleibt ein Minus von immerhin noch 2,5 Prozent. Anders als im Vorjahreszeitraum konnte Celesio zwischen Januar und September 2013 allerdings einen Überschuss von rund 121 Millionen Euro erzielen. 2012 hatte Celesio an dieser Stelle ein dickes Minus verbucht. Die Gewinnsituation lässt sich jedoch nur schwer vergleichen. Celesio hatte im vergangenen Jahr zahlreiche Tochterfirmen zum Teil mit deutlichen Verlusten verkauft, darunter die Versandapotheke DocMorris. Ähnlich starke Belastungen muss das Unternehmen in diesem Jahr nicht schultern.

 

Das Apothekengeschäft brachte Celesio 2,5 Milliarden Euro ein, damit bleibt der Umsatz in dieser Sparte leicht hinter dem Vorjahreswert zurück (2,6 Milliarden Euro). Im Großhan­dels­be­reich fiel der Umsatz um 4,6 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Um Wäh­rungs­effekte und die Belastungen durch Verkäufe bereinigt lag der Umsatz in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

 

In Deutschland konnte Celesio beim Umsatz sogar leicht zulegen. Die anhaltende Rabatt­schlacht belaste das Ergebnis dennoch massiv, heißt es im Unternehmen. »Die negativen Rahmenbedingungen konnten wir nur zum Teil durch Kosten- und Effizienz­maß­nah­men kompensieren«, sagte Celesio-Chefin Marion Helmes. Sie geht davon aus, dass der »irrationale Rabattwettbewerb« noch mindestens bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres anhält.

 

Prognose bestätigt

 

Große Erwartungen setzt das Unternehmen in den Zusammenschluss mit dem US-ameri­kani­schen Gesundheitsdienstleister McKesson. Dieser will ein Übernahmeangebot an die Aktionäre von Celesio abgeben und hat sich bereits mit Großaktionär Haniel verständigt. Den Deal ins Wanken bringen könnte allerdings der Investor Paul Singer, der über den Hedegfonds Elliot seine Anteile an Celesio zuletzt deutlich erhöht hat (lesen Sie dazu auch Hedgefonds bedroht geplante Celesio-Übernahme).

 

Für das Gesamtjahr rechnet Celesio mit einem bereinigten operativen Ergebnis zwischen 405 und 425 Millionen Euro. Damit bestätigte das Unternehmen seine erst im August nach unten korrigierte Prognose. /

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