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Apothekerkammer Bremen

09.11.2015
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Apothekerkammer

1. Wie ist Ihre Organisation/sind die Apotheker in die Flüchtlingshilfe eingebunden?

Indirekt. Der Apothekerverband war bei der Ausgestaltung der Ausgabe der Gesundheitskarte an Flüchtlinge involviert. Die Apothekerkammer ist einmal von der Senatorin für Gesundheit um Mithilfe gebeten worden, als Ivermectin im größeren Umfang aus dem Ausland importiert werden musste, da in einigen Flüchtlingslagern Scabies auftauchte.

 

2. Arbeiten Sie mit anderen Organisationen zusammen? Wenn ja, wie sieht diese Zusammenarbeit aus?

Nein.

 

3. Haben Sie in Ihrer Organisation Personen direkt für die Flüchtlingshilfe abgestellt?

Nein. Wenn, dann läuft alles über die Geschäftsstelle.


4. Wie viel Aufwand bedeutet dies für Sie?

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5. Wie ist die Erstattung der Rezepte geregelt?

Die Flüchtlinge in Bremen erhalten kurz nach Ankunft eine Gesundheitskarte und sind Versicherte der AOK. Der Arzt kreuzt bei Flüchtlingen den Status 4 (Betreute) an. Bis zum Erhalt der Gesundheitskarte werden die Kosten vom Amt für soziale Dienste übernommen. Zwischen dem Amt für Soziale Dienste und dem Bremer Apothekerverband besteht ein Arzneimittelliefervertrag für Bremen und Bremerhaven.


6. Gibt es zurzeit Probleme bei der Belieferung von Rezepten (mögliche Retax-Fallen, Rabattverträge)?

Bislang sind keine bekannt.


7. Wie läuft die Versorgung konkret ab?
a) Gibt es besondere Rezeptvordrucke, -aufdrucke?

Nein, normale Kassenrezepte werden verwendet.

b) Wie sieht es mit Zuzahlungen aus?

S. o. Flüchtlinge sind zuzahlungsfrei

c) Kann jedes verordnete Medikament ohne Probleme abgegeben werden, also auch sehr hochpreisige Arzneimittel wie Sovaldi?

Sollte dies ein Arzt verordnen und ist das Rezept korrekt ausgestellt, so kann es auch beliefert werden.


8. Wie sind die Apotheker in die Erstversorgung der Asylbewerber in den Erstaufnahmestellen eingebunden?

Gar nicht.


9. Gibt es in Ihrem Bereich Apotheker, die sich besonders intensiv um Flüchtlinge kümmern?

Eine Apothekerin hat eine Geldspende in Höhe von 1000 EUR gesammelt, die dem Fluchtraum Bremen übergeben wird. Die Apothekerin erteilt den Flüchtlingen, so wie ihre Mutter, die ebenfalls Apothekerin ist, ehrenamtlich Deutschunterricht.


10. Wissen Sie, ob es registrierte Flüchtlinge gibt, die bereits in Apotheken arbeiten oder ein Praktikum absolvieren?

Ja, die gibt es. Ein syrischer Apotheker, der vor knapp 2 Jahren nach Bremen gekommen ist, hat inzwischen eine Berufserlaubnis und bereitet sich auf die Anerkennungs- und Fachsprachenprüfung vor.


11. Gibt es von Ihrer Organisation Informationen an Ihre Mitglieder oder speziell an Apotheken in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften,  was bei der Beratung von Flüchtlingen beachtet werden muss und wie eine Verständigung möglich ist?

Nein.

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