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08.11.2011  15:18 Uhr

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Spucke schützt Kinder weniger vor Infektionen

 

PZ / Die Zusammensetzung des Speichels verändert sich im Laufe des Lebens. Im Vergleich zu Erwachsenen enthält er bei Kindern weniger Immunglobuline A (IgA), die Teil der immunologischen Schleimhautbarriere sind. Das könnte eine Erklärung für die allgemein höhere Infektanfälligkeit von Kindern sein, wie Mikael Sonesson von der zahnärztlichen Hochschule im schwedischen Malmö herausgefunden hat. Im Rahmen seiner Doktorarbeit hat Sonesson die Inhaltsstoffe des Speichels von Probanden in unterschiedlichen Lebensaltern untersucht. Besonders konzentrierte er sich dabei auf das Sekret der sogenannten kleinen Speicheldrüsen. Dieses macht nur etwa 7 bis 8 Prozent der Gesamtmenge des Speichels aus, ist aber sowohl für die angeborene als auch für die erworbene Immunität wichtig. Die Speichelproben von Kindern im Vorschulalter und Erwachsenen enthielten vergleichbare Mengen des Mucins MUC5B, das eine wichtige Rolle in der unspezifischen Immunabwehr spielt. Dagegen fanden sich bei Kindern niedrigere IgA-Konzentrationen als bei Erwachsenen. »Offenbar dauert es eine Weile, bis die spezifische Immunabwehr in der kindlichen Spucke das Niveau erreicht, das wir bei Erwachsenen finden«, fasste Sonesson das Ergebnis in einer Pressemitteilung der Uni Malmö zusammen.

 

HPV-Infektion erhöht Herzinfarktrisiko

 

PZ / Die Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) erhöht bei Frauen nicht nur die Wahrscheinlichkeit, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, sondern auch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Das berichten Forscher um Hsu-Ko Kuo von der University of Texas im »Journal of the American College of Cardiology« (doi: 10.1016/j.jacc.2011.07.038). Der Grund für diesen Zusammenhang ist vermutlich, dass die Infektion mit Hochrisiko-HPV wie etwa den Virustypen 16 und 18 den Abbau des Tumorsuppressors Protein p53 induziert. Die Inaktivierung von p53 beschleunigt Atherosklerose. In ihrer Studie analysierten die Wissenschaftler Daten von knapp 2500 Frauen zwischen 20 und 59 Jahren. Deren HPV-Infek­tionsstatus ermittelten sie anhand von vaginalen Abstrichen. Außerdem befragten sie die Teilnehmerinnen nach bereits erlittenen Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Bei Frauen, die mit Hochrisiko-HPV infiziert waren, war die Rate der schweren kardiovaskulären Ereignisse mehr als doppelt so hoch wie bei Nicht-Infizierten.

 

Geistig fit im Alter: Das rät der Experte

 

PZ / Mehrere Dinge sind wichtig, um sein Gehirn bis ins hohe Alter leistungsfähig zu halten: »Denn Ihr Lebensstil hat einen größeren Einfluss als Ihre Gene«, sagte der Neurobiologe Professor Dr. Martin Korte den Teilnehmern des Managementkongresses von Pharmazeutischer Zeitung und Lauer-Fischer auf Mallorca. »Trainieren Sie Ihr Arbeitsgedächtnis«, sagte Korte. Das erfordert ein hohes Maß an selektiver Aufmerksamkeit. »Seien Sie achtsam, machen Sie sich die Dinge bewusst und hinterfragen Sie sie!« Auch soziales Engagement zahle sich aus. Denn das fördere nicht nur Empathie und Kommunika­tionsfähigkeit, sondern bringe auch im wörtlichen Sinne in Bewegung. Letztgenannter Punkt spielt eine wichtige Rolle, denn Bewegung regt die Neubildung von Nervenzellen an. Routinen sollten verlassen werden, sei es durch Reisen oder sich einfach mal mit der linken Hand die Zähne zu putzen. Wichtig sei auch, sich realistische Ziele zu setzen und Stress abzubauen. Schließlich riet Korte zu einer gesunden, mediterranen Ernährung mit viel Gemüse und Fisch, um Radikale im Körper abzufangen. Zwei bis drei Tassen Kaffee oder Tee am Tag wirkten sich genauso positiv auf die geistigen Fähigkeiten aus wie 10 bis 15 Gramm reiner Alkohol am Tag. Das entspricht in etwa zwei kleinen Gläsern Bier.

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