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09.11.2010  14:53 Uhr

Antikörper gegen Alzheimer

 

dpa / Göttinger Forschern ist es gelungen, durch eine passive Impfung die Alzheimer-Krankheit bei Mäusen aufzuhalten. Als Wirkstoff sei dabei ein neuer Antikörper eingesetzt worden, teilte die Universitätsmedizin Göttingen mit. Die Ergebnisse der Studie seien auf Menschen zu übertragen, sagte Professor Dr. Thomas Bayer gegenüber dpa. Er gehe davon aus, dass diese Form der Therapie in spätestens zwei Jahren bei Alzheimer-Patienten getestet werden könne. Die Ergebnisse seiner Studie sind im »Journal of Biological Chemistry« (doi: 10.1074/jbc.M110.178707) veröffentlicht. Neu an dem Ansatz sei, dass die Antikörper nicht auf die für Alzheimer typischen Beta-Amyloid-Ablagerungen (Plaques) im Gehirn abzielen. Sie richteten sich vielmehr gegen eine besondere Form des Beta-Amyloids, gegen Pyroglutamat-Aβ. Dieses Peptid ist eine verkürzte Form des Beta-Amyloids, das ein hohes Aggregationspotenzial hat und stärker toxisch wirkt als die lange Form. Wie sich in früheren Studien gezeigt habe, sei es problematisch, die Plaques zu zerstören, sagte Bayer. Dies sei mit massiven Nebenwirkungen verbunden. Die Plaques stellten eine Art Mülleimer für giftiges Aβ-Eiweiß dar, die nicht aufgelöst werden sollten. Sinnvoll sei es stattdessen, die Neuentstehung der giftigen Peptide zu bekämpfen. Genau das könnten die neu entwickelten Antikörper bewirken. Sie binden an Pyro-glutamat-Aβ-Oligomere und konnten im Tiermodell deren Konzentration senken und die Plaquebildung verringern. »Mit dieser Form der passiven Impfung können wir vermutlich keine Heilung erreichen, aber unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass Antikörper das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit stoppen«, so der Experte.

 

Depressions-Studie

 

PZ / Das Universitätsklinikum Bonn sucht für eine Studie Probanden mit einer schwer zu behandelnden Depression. Teilnehmen können Personen zwischen 22 und 68 Jahren, die zuvor erfolglos mit antidepressiven Medikamenten therapiert wurden. Die Forscher wollen an ihnen ein neues Verfahren testen, die tiefe repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS). Mit ihr lassen sich gezielt und ohne größere Nebenwirkungen bestimmte Bereiche des Gehirns stimulieren oder hemmen. Bei der transkraniellen Magnetstimulation platzieren die Ärzte eine Spule am Kopf des Patienten. Diese erzeugt kurzzeitig ein starkes pulsierendes Magnetfeld, das seinerseits im Gehirn einen Stromfluss hervorruft. Dieser ist jedoch so gering, dass der Kranke davon kaum etwas mitbekommt. An der Studie nehmen insgesamt etwa 15 Kliniken weltweit teil. Interessenten können sich an Diane Lenz oder Bettina Bewernick von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie wenden: Telefon 0228 287-11451 oder -19476, E-Mail: diane.lenz(at)ukb.uni-bonn.de/

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