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BPI wünscht sich Wahltarife für Phytopharmaka

06.11.2007
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BPI wünscht sich Wahltarife für Phytopharmaka

PZ / Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ist mit den Krankenkassen unzufrieden. Seit dem In-Kraft-Treten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes (GKV-WSG) dürfen die Kassen ihren Versicherten Wahltarife anbieten. Allerdings haben die Kassen offensichtlich andere Vorlieben als die mittelständische Industrie.

 

Während die Krankenkassen vor allem auf Leistungsausgrenzungen und Selbstbehalte setzen, wünscht sich der BPI, dass die Kassen ihren Patienten Tarife anbieten, die auch pflanzliche, homöopathische oder anthroposophische Medikamente einbeziehen. Doch hier sieht es mau aus. Für die meisten gesetzlich Krankenversicherten stünden diese Wahlmöglichkeiten nur auf dem Papier, kritisiert der Pharmaverband. Bislang habe kaum eine der rund 250 Krankenkassen auf diese neue Gesetzesregelung reagiert und bietet ihren Versicherten einen Wahltarif für Naturarzneimittel an. »Die Verweigerungshaltung der meisten Krankenkassen ist nicht länger hinnehmbar«, sagte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

 

Bisher habe nur die AOK Rheinland/Hamburg einen Tarif für die Kostenerstattung für Arzneimittel der besonderen Therapierichtung in ihre Satzung aufgenommen und hier seien die Prämien so hoch, dass eine Akzeptanz des Leistungsangebots im Markt praktisch verhindert werde, so Fahrenkamp. So zahlt ein Versicherter bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres rund 20 Euro, ein Versicherter nach Vollendung des 65. Lebensjahres bereits über 130 Euro im Monat zusätzlich.

 

Die Kassen scheuten den Wettbewerb, erklärte Manfred Kreisch von der BPI-Fachabteilung Selbstmedikation. Sie dürften sich deshalb auch nicht wundern, wenn ihre Kunden sie ausschließlich am Beitragssatz messen.

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