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Zwangsabschläge und Rabatte

Hersteller sehen sich unter Druck

18.11.2015
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Von Stephanie Schersch / Über Zwangsrabatte der Pharmaindustrie konnten die Krankenkassen im vergangenen Jahr rund 1,6 Milliarden Euro sparen. Das geht aus den Pharma-Daten 2015 hervor, die der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) vergagenen Woche veröffentlicht hat. Privaten Versicherungsunternehmen mussten die Hersteller demnach insgesamt 300 Millionen Euro Rabatt gewähren.

 

In Deutschland müssen Pharmafirmen unter anderem einen Preisabschlag auf rezeptpflichtige Arzneimittel ohne Festbetrag hinnehmen. Er liegt seit April 2014 bei 7 Prozent. Für patentfreie wirkstoffgleiche Präparate wird ein Rabatt in Höhe von 6 Prozent fällig, hinzu kommt ein 10-prozentiger Generikaabschlag. Allein 2014 hätten die Kassen zudem rund 3,2 Milliarden Euro über Rabattverträge mit den Herstellern gespart, sagte BPI-Haupt­geschäftsführer Henning Fahrenkamp. Die Pharmaindustrie setze das zunehmend unter Druck. Gerade für mittelständische Unternehmen »ist dies alles kein Pappenstiel«. Die Politik müsse sich daher vor allem mit Blick auf den Generikamarkt überlegen, »wie lange sie die vielzitierte Zitrone noch ausquetschen will«, so Fahrenkamp.

 

Der BPI sieht durchaus Spielraum für eine Entlastung der Industrie. So seien die Überschüsse der Gesetzlichen Krankenversicherung nach wie vor komfortabel und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland gut. Hoffen lässt die Unternehmen der sogenannte Pharmadialog von Bundesregierung und Industrie. Den dort gesteckten Zielen müssten auch Taten folgen, forderte Fahrenkamp. Schließlich sei die Pharmaindustrie »ein wichtiges wirtschaftliches Zugpferd«. /

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