Pharmazeutische Zeitung online
Prävention

Wir bündeln Kräfte

30.10.2012
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / Seit rund einem Jahr ist die Förderinitiative Prävention aktiv. Über ihre Ziele und die angestrebte Vernetzung sprach die Pharmazeutische Zeitung mit der Vorsitzenden Jutta Rewitzer und ihrem Stellvertreter Mathias Arnold.

PZ: Warum braucht Prävention eine Förderinitiative?

 

Rewitzer: Wir wollen die Prävention bundesweit voranbringen und fördern. Deshalb unterstützen wir gemeinnützige Projekte, die der Gesundheitsförderung dienen. Unser Ziel ist, dass sich insbesondere alle Apothekerkammern und -verbände an der Förderinitiative beteiligen. Dann können wir für alle sprechen.

 

PZ: Was haben Sie im ersten Jahr erreicht?

 

Rewitzer: Auf dem Weg der Vernetzung sind wir schon ziemlich weit. Etwa ein Drittel der Länderorganisationen ist Mitglied der Förderinitiative. Allen Apothekern, die diesen Organisationen angehören, werden von WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen fertig ausgearbeitete Materialien zur Verfügung gestellt, und sie können unsere Ergebnisse nutzen.

PZ: Welche Projekte fördern Sie konkret?

 

Rewitzer: Im ersten Jahr haben wir zwei Projekte finanziell unterstützt; zum einen das Projekt »Hauptsache erholsam schlafen« des Qualitätszirkels Prävention und Gesundheitsförderung (PuG). Der QZ hat hierzu ein Poster und einen Flyer gestaltet. Unser Hauptprojekt war und ist die Glicemia-Studie; hier geht es um die Begleitung von Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko durch Apotheker.

 

Arnold: Wir unterstützen gerne auch kleinere Projekte. Als Beispiel: Wenn Apotheken an einem Gesundheitstag mitwirken oder gemeinsam mit lokalen Partnern Präventionsaktionen durchführen, können sie auf unsere Präventionsinformationen kostenfrei zugreifen. Im Gegenzug wollen wir von den Aktiven lernen und deren Erfahrungen nutzen. So können wir einen Ideenpool aufbauen und den Präventionsgedanken noch weiter ausbauen.

 

PZ: Wie erreichen Sie die Apotheker?

 

Rewitzer: Etliche Kollegen kommen direkt auf uns zu. Meistens sind sie schon mit eigenen Projekten aktiv und suchen Anregungen und Hilfe bei uns. Gemeinsam können wir den Netzwerkgedanken weiter nach außen tragen.

 

PZ: Welche Aufgaben packt die Förderinitiative 2013 an?

 

Arnold: Unser Ziel ist es, Prävention in allen Teilen der Bevölkerung umzusetzen. Dazu müssen wir die Vielfalt an Präventionsideen, die unsere Kollegen haben, sammeln und verbreiten. Prävention ist viel mehr als Sporttreiben und gesunde Ernährung. Prävention ist grenzenlos. Auf politischer Ebene wollen wir die Idee der Förderinitiative voranbringen und weitere Verbände zum Beitritt motivieren. Wir freuen uns sehr, dass die Förderinitiative mit dem Beitritt der Österreichischen Apothekerkammer international geworden ist. Auch über den Beitritt des Govi-Verlags freuen wir uns.

 

PZ: Mit welchen Argumenten überzeugen Sie Kammern und Verbände, der Förderinitiative beizutreten?

 

Rewitzer: Sie können am Netzwerk mitarbeiten, Erfahrungen und bereits erbrachte Arbeit nutzen.

 

Arnold: Materialien plus gute Ideen erleichtern die Mitwirkung an Präventionsnetzwerken.

 

PZ: Ist die Kooperation mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen dann zweitrangig?

 

Rewitzer: Nein, die Vernetzung mit Apothekerorganisationen ist das eine, das Zusammenwirken mit anderen Partnern das andere. Der Vorstand der Förderinitiative hat beschlossen, dass wir uns beim Forum Gesundheitsziele Deutschland, kurz: gesundheitsziele.de, einbringen. Prävention ist immer eine gesamtpolitische Aufgabe.

 

Arnold: Wichtige Präventionspartner sind zum Beispiel Ärzte, Angehörige anderer Gesundheitsberufe, Krankenkassen oder Betriebe. Wir bündeln Kräfte auf gesellschaftlicher Ebene. Ansonsten zerfasert die Prävention.

 

PZ: Bitte ergänzen Sie den Satz: »Ich engagiere mich für die Prävention, weil …«

 

Rewitzer: … wir sie brauchen.

 

Arnold: … weil diese in Zukunft ein wesentlicher Baustein für die Gesundheit der Menschen sein wird. /

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