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EMA eröffnet Verfahren gegen Roche

30.10.2012
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PZ/dpa / Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat ein Verfahren gegen den schweizerischen Pharmakonzern Roche wegen Verletzung von Arzneimittelüberwachungs-Pflichten eingeleitet. Damit reagiere man auf eine Forderung der Europäischen Kommission, teilte die EMA in London mit.

Untersucht würden Vorwürfe, die sich nach einer Inspektion in diesem Jahr ergeben hätten. Die in Großbritannien für Medikamente zuständige Behörde MHRA habe dabei Mängel im Prozess der Arzneimittelüberwachung bei Roche festgestellt. Genauere Details gab es zunächst nicht. Roche drohen nach EU-Regeln Bußen bis zur Höhe von 340 Millionen Euro.

Dem Branchenriesen wurde aus Expertenkreisen bereits seit Längerem vorgeworfen, wichtige Studiendaten zum Grippemittel Oseltamivir (Tamiflu®) zurückzuhalten. Auch haben die Herausgeber des »British Medical Journal« kürzlich in einem offenen Brief an Roche erneut Kritik geübt. Sie werfen dem Konzern vor, nach wie vor relevante Studien zur Wirksamkeit von Tamiflu nicht zu veröffentlichen.

 

Nach eigenen Angaben will Roche uneingeschränkt mit den Ermittlern zusammenarbeiten. Der Konzern selbst habe nach ersten Verdachtsmomenten im Januar den Stein ins Rollen gebracht und die EMA eingeschaltet, sagte Konzernsprecher Alexander Klauser in Basel. Auch habe Roche umgehend eine umfangreiche eigene Untersuchung eingeleitet. / 

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