Pharmazeutische Zeitung online
Kapuzinerkresse

Arzneipflanze des Jahres

30.10.2012  16:06 Uhr

Von Gerd Moser / Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist Arzneipflanze des Jahres 2013. Der »Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde« an der Universität Würzburg hat die Pflanze ausgewählt, weil die darin enthaltenen Senföle die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmen können, heißt es in einer Mitteilung des Studienkreises.

Daher werde die Kapuzinerkresse seit Jahrzehnten zur Behandlung von Infekten eingesetzt. »Kapuzinerkresse enthält nicht nur viel Vitamin C, für die medizinische Wirkung sind vielmehr ihre Glucosinolate von größerer Bedeutung.«

Die vor allem in Kreuzblütlern (Brassicaceen) vorhandenen Glucosinolate sind für den scharfen Geschmack der Pflanzen verantwortlich. Glucosinolate werden im Körper enzymatisch in Senföle umgewandelt. Diese sind die Ursache für die wachstumshemmenden Effekte auf Bakterien, Viren und Pilze. Auch ein durchblutungsfördernder Effekt ist vorhanden. »Dies zeigten bereits Untersuchungen aus den 1950er-Jahren. Seit Jahrzehnten wird die Kapuzinerkresse nun bei der Therapie und in der Prophylaxe von Infekten der Atemwege und der Harnwege eingesetzt«, schreibt die Würzburger Jury.

 

Die Kapuzinerkresse ist keine Brassicacee, sondern mit dieser Familie nur verwandt: Tropaeolum ist die einzige Gattung innerhalb der Familie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae). Diese wird von Systematikern in die Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales) gestellt. Heimisch ist die Kapuzinerkresse ursprünglich in Mittel- und Südamerika. Weltweite Verbreitung fand die Gattung unter anderem wegen der Verwendung verschiedener Arten als Zier- und Nutz­pflanzen. /

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