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Rösler will sich für Prävention einsetzen

02.11.2010
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dpa / Nach jahrelangen Debatten will Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) eine neue Initiative für mehr Gesundheitsvorsorge in Deutschland starten. »Dazu braucht es kein neues Präventionsgesetz, wohl aber eine schlüssige Präventionsstrategie«, sagte Rösler der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Im Kern sollen niedergelassene Ärzte für Prävention besser bezahlt und die Gesundheitsvorsorge in deutschen Unternehmen gestärkt werden. Die Krankenkassen warnten davor, den Ärzten noch mehr Geld zahlen zu müssen. Die niedergelassenen Ärzte hätten die nötigen Kenntnisse sowie flächendeckend Zugang zu den Menschen, sagte Rösler unter Berufung auf eine Studie seines Hauses. Besonders Hausärzte und Kinderärzte könnten eine zentrale Rolle spielen. »Deshalb wollen wir die Stärkung der Prävention durch die Mediziner angehen«, sagte Rösler. Bisher gebe es für einen Arzt kaum Anreize dafür. Durch die 2011 anstehende Honorarreform solle »sprechende Medizin« besser honoriert werden, also Patientengespräche und Hausarztbesuche. »Dabei wollen wir auch die Prävention berücksichtigen.«

 

Stärkere betriebliche Prävention bezeichnete Rösler als zweite Säule der Strategie. »Hier stärker aktiv zu werden, ist das Ziel für 2011.« So hätten psychische Erkrankungen wie Depression oder Burn-out-Syndrom zugenommen, sagte Rösler im Einklang mit entsprechenden Erhebungen der Krankenkassen. Nicht nur Rückenübungen oder Lärmschutz am Arbeitsplatz seien nötig. »Es geht bei Prävention eben auch um ganz andere Sachen wie Arbeitsabläufe und psychische Stärkung.»

 

Röslers Vorgängerin Ulla Schmidt (SPD) hatte von etwa 2002 bis 2009 erfolglos versucht, ein Präventionsgesetz durchzusetzen. Rösler wandte sich gegen verpflichtende Regelungen. »Ich werde diejenigen, die nicht zum Arzt gehen, nicht dorthin drängen«, sagte er. »Zu wenig Arztkontakt ist heute eher nicht das Problem.« Zum Arbeitsleben meinte er: »Wir müssen Angebote schaffen, um seelischen Erkrankungen besser vorbeugen zu können.«

 

Die Krankenkassen reagierten verhalten. »Es ist gut, dass der Bundesgesundheitsminister die Prävention stärker in den Blick nehmen will«, sagte der Sprecher des Kassen-Verbands, Florian Lanz, der dpa. Doch Änderungen der ärztlichen Vergütung nützten nichts. »Wir wollen die Menschen vorher erreichen«, sagte er. / 

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