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Husten

Viren am Werk

18.10.2016
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Husten ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom diverser Erkrankungen. So können allergische Rhinitis, Asthma und COPD oder Refluxösophagitis Husten verursachen. Oft ist er aber viral bedingt, zum Beispiel bei Erkältung, akuter Bronchitis und Influenza.

 

Trockener Reizhusten tritt vor allem zu Beginn und am Ende einer Erkältungskrankheit auf. »Von Antitussiva wie Codein, Noscapin und Dextromethorphan rät die Leitlinie mangels ausreichender Wirksamkeitsdaten ab«, informierte Mario Wurglics bei der Pharma World.

Aus dem Pflanzenreich kommen Spitzwegerich, Eibisch und Isländisch Moos zur Anwendung. Für Spitzwegerich und Eibisch gebe es keine klinischen Studien, sondern nur Anwendungsbeobachtungen (AWB). Eine AWB von 2015 zeige eine gute Verträglichkeit von Eibisch-Pastillen. Laut Monographien des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel bei der EMA (Committee on Herbal Medicinal Products, HMPC) haben beiden Drogen den Status des »traditional use«.

 

Vom trockenen Husten abzugrenzen ist der produktive Husten mit Schleimbildung und -auswurf. Die Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von akutem und chronischem Husten (in Überarbeitung) enthalte keine Empfehlung für Expektoranzien wie Ace­tylcystein, Bromhexin/Ambroxol und ­Guaifenesin, sagte Wurglics.

 

Bei den Phytotherapeutika gebe es gute Belege für die bronchospasmolytische Wirkung von Efeu-Extrakten, denen das HMPC daher den Status des »well established use« zugeschrieben hat. Thymian und Schlüsselblume sind dagegen als traditionelle Arzneimittel im Gebrauch.

 

Phytokombinationen könnten jedoch synergistisch wirken, sagte der Apotheker. Aufgrund guter Daten bescheinige das HMPC zum Beispiel der Thymian-Primel-Extraktkombination einen »well established use«. Auch für Efeu-Thymian-Kombinationen liegen Wirksamkeitsnachweise vor. Die Leit­linie empfiehlt die Phytokombina­tionen mit »mittelgradiger Evidenz«. /

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