Pharmazeutische Zeitung online

Achtung vor Dr. Google

18.10.2016  15:50 Uhr

Gute Kundenkommunikation ist das A und O, davon ist. Johannes Wimmer, Head of Digital Patient Communi­cation an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, überzeugt. Allerdings reiche es oft nicht aus, Patienten in der Apotheke über eine passende Medikation zu beraten.

 

»Denn er nimmt nur etwa 28 Prozent der Informationen auf, die er bekommt«, sagte Wimmer bei seinem Vortrag in der Pharma World auf der Expopharm in München.

Aber genau darin liege die Gefahr im digitalen Zeitalter. Wissenslücken versuchten Patienten über Google, Face­book und Co. zu schließen. »Umso wichtiger ist es, Patienten qualitative Gesundheitsinformationen an die Hand zu geben«, betonte er. Apothekern empfiehlt Wimmer, die 50 häufigsten Fragen ihrer Kunden zu notieren und diese digital aufzubereiten. Am besten eigene sich dazu ein Online-Video auf der Apothekenwebsite, das in einfachen Worten über Themen wie etwa Erkältung, Stützstrümpfe oder Diabetes aufkläre.

 

Der Mediziner hat selbst die Erfahrung gemacht, dass sowohl Ärzte als auch Apotheker zu viel Wissen voraussetzen. Jedoch ist Wimmer zufolge über 50 Prozent der Deutschen beispielsweise nicht klar, dass Fieber bei 38,5 Grad Celsius beginne. Doch im Alltag fehle oft die Zeit, Patienten beim Apothekenbesuch zusätzlich das fehlende Basiswissen zu vermitteln. »Videos eignen sich ideal, um die Lücke zu schließen«, sagte er. Damit erreiche der Apotheker auch jene Zielgruppe, die sich oft nicht traue, wegen einer simplen Frage wie etwa »Was bedeuten meine Blutwerte?« in die Offizin zu gehen. Zudem böten Videos die Möglichkeit, Informationen in einen »knusprigen und knackigen« Kontext zu setzen. Wimmer sieht unter anderem im Bereich des sogenannten Meditainment, einem Mix aus medizinischer Information und Unterhaltung, eine Chance für Apotheker. »Mit Themen wie Ernährung, Abnehmen und Sex sind Ihnen die Klicks sicher«, so Wimmer. /

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