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Besondere Zeiten

16.10.2012
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Der Deutsche Apothekertag 2012 fand in einer besonders schwierigen Zeit statt. Dennoch oder gerade deswegen ist er gut gelungen, weil wir unser zentrales Thema einer fairen und gerechten Honorierung offensiv, sachlich und gut begründet nach außen vertreten haben. Dieser Apothekertag war aber auch deshalb gut, weil wir offen und engagiert miteinander diskutiert haben. Unsere Debatten waren gelebte Demokratie am richtigen Ort. In der Hauptversammlung haben die von der Basis gewählten Delegierten der Kammern und Verbände um den besten Weg für die Zukunft unseres Berufsstandes gerungen.

 

Wer Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr aufmerksam zugehört hat, konnte feststellen, dass unsere Botschaften bei der Regierung angekommen sind, weil wir sie sachlich einbringen und zu überzeugen wissen – und weil wir hartnäckig sind. Ich bin dankbar für die Aussagen des Ministers, dass er bei den Verhandlungen zum Zwangsabschlag genau beobachten will, wie sich der GKV-Spitzenverband verhält. Seine Botschaft war eindeutig: Unser Sonderopfer darf nicht zum Daueropfer werden. Dieser Apothekertag gibt unserer Verhandlungskommission die nötige Rückenstärkung. Sollten einzelne »Spar-Kassen« blockieren, sind wir gerne auch zu weiteren Maßnahmen bereit.

 

Arbeitskreis 1 befasste sich in kompetenter Runde mit den Herausforderungen und Chancen der neuen Apothekenbetriebsordnung. Unter dem Strich stand für mich die Botschaft, dass alle Beteiligten an einer partnerschaftlichen Umsetzung der neuen Apothekenbetriebsordnung interessiert sind. Arbeitskreis 2 hat sich dem Apotheker als Patientenberater in der Kommunikationsgesellschaft gewidmet. Die Bedeutung des Internets als Informationsquellle sowie die Vor- und Nachteile sozialer Netzwerke haben neue Denkanstöße gegeben. Im »politischen« Arbeitskreis 3 war die Unterfinanzierung der apothekerlichen Leistungen das zentrale Thema. Verabredet wurde mit den Vertretern der Koalition, sofort eine Weiterentwicklung der Honorierung anzugehen.

 

Dies war der letzte Apothekertag, den ich nach acht Jahren als ABDA-Präsident zu verantworten hatte. Ich bin froh darüber, dass es uns Apothekern gemeinsam gelungen ist, die Angriffe auf unsere Freiberuflichkeit abzuwehren und das Fremd- und Mehrbesitzverbot in Deutschland zu bestätigen. Ich bin zutiefst dankbar dafür, dass ich in dem mir von Ihnen verliehenen Amt etwas dazu beitragen konnte. In diesem Sinne freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Ihnen – zum Beispiel auf dem Deutschen Apothekertag 2013 in Düsseldorf.

 

Heinz-Günter Wolf

Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

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