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Medizinisches Cannabis

Es ist genug für alle da

11.10.2017  09:31 Uhr

Von Anna Pannen / Medizinisch verordnete Cannabisblüten sind in den Apotheken derzeit oft nicht lieferbar. Damit soll es bald vorbei sein, das hat jetzt die Bundesregierung verkündet. Ab 2019 sollen Unternehmen im Auftrag der neu eingerichteten Cannabisagentur jährlich 1,5 Tonnen Blüten liefern.

In den kommenden Jahren wird es genug medizinisches Cannabis für alle deutschen Patienten geben, die es benötigen. Das hat die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke erklärt. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Lieferengpässe für medizinische Cannabisblüten gegeben. Ab 2019 sollen die Blüten in Deutschland angebaut werden. Bis es so weit ist, werden sie aus dem Ausland importiert.

 

6 Tonnen ausgeschrieben

 

In ihrer Anfrage hatte die Linke erklärt, es seien zu wenig Anbau-Genehmigungen ausgeschrieben wurden, um den Bedarf aller deutschen Patienten ab 2019 zu decken. Dem widerspricht die Bundesregierung. Die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedelte Cannabisagentur habe die Lieferung von mehr als 6 Tonnen Cannabis für den Zeitraum von 2019 bis 2022 ausgeschrieben, erklärte die Behörde. Und selbst wenn diese Menge nicht reiche: In den Verträgen sei festgelegt, dass jene Unternehmen, die den Zuschlag bekommen, bei Bedarf auch größere Mengen anbauen und liefern können. Für die Ausschreibung der Cannabisagentur beim BfArM seien bislang 107 Angebote eingegangen, die meisten von Unternehmen mit Firmensitz in Deutschland.

 

Im Notfall könne man außerdem immer noch auf im Ausland angebautes Cannabis ausweichen, so die Regierung weiter. Deutschland kaufe Cannabisblüten allerdings nur von Nationen, die es nach Vorgaben des Einheitsabkommens über Betäubungsmittel von 1961 anbauen. Derzeit seien das Kanada und die Niederlande, eventuell komme demnächst noch Israel dazu.

 

Ob die Cannabisblüten für die Patienten künftig günstiger werden, steht indes noch nicht fest. Die Partei Die Grünen hatte dies in einer anderen Kleinen Anfrage gefordert, die Linken schlossen sich an. Die Bundesregierung teilte jedoch mit, bislang habe man zwar den Deutschen Apothekerverband und die Krankenkassen aufgefordert, sich über Preise in der Hilfstaxe zu einigen. Was nach dieser Einigung geschehe und wie hoch die Preise dann tatsächlich ausfallen, sei aber noch völlig offen. /

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