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Apotheker schicken alte Kittel an Bahr

09.10.2012  15:44 Uhr

Von Daniela Biermann / Die niedersächsischen Apotheker haben rund 1000 alte Kittel an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) geschickt. Damit wollen sie gegen die sehr niedrig ausgefallene Honorarerhöhung protestieren. »Jede Woche schließen in Deutschland sechs Apotheken, weil die finanziellen Mittel fehlen«, heißt es in einem beiliegenden Brief. Sechs Apothekeninhaber müssten daher jede Woche ihren Kittel ausziehen. »Wir wollen unseren gesetzlichen Auftrag erfüllen, aber den Apotheken werden die wirtschaftlichen Grundlagen entzogen.«

Ziel der Aktion »Mein Kittel für Sie!« ist es, den Bundesgesundheitsminister vor Beginn des Deutschen Apothekertags in München am Donnerstag noch einmal auf die Leistung der Apotheker und ihre Forderung einer angemessenen Honorierung aufmerksam zu machen. Dabei geht es nicht nur um die Erhöhung der Packungspauschale, die statt um 1,04 Euro nur um 25 Cent angehoben wurde. »Wir fordern eine adäquate Honorierung insbesondere bei der Herstellung von individuellen Rezepturen für Patienten sowie bei der Versorgung mit Betäubungsmitteln«, so Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen.

 

Niedersachsen als großes Bundesland kämpft besonders für eine flächendeckende Arzneimittelversorgung auch in ländlichen Regionen. Derzeit versorgen nach Angaben der Kammer in Niedersachsen 2045 Apotheken jeden Tag rund 400 000 Patienten. In diesem Jahr standen 34 Schließungen nur 11 Neueröffnungen gegenüber. /

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