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Hoffnung

04.10.2011
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Für Apotheker gibt es derzeit wenig Grund, sich über die eigene berufliche Situtation zu freuen: Der Ertrag sinkt, die Verwaltungsaufgaben in den Apotheken werden mehr und der Großhandel lädt schon jetzt ein zum neuerlichen Konditionenbingo. Dennoch besteht Anlass zur Hoffnung. Beim Deutschen Apothekertag in Düsseldorf werden nämlich zwei Themen diskutiert, die für die Apotheken Besserung bedeuten könnten: Zum einen fordert die ABDA von der Bundesregierung eine Anpassung der Apothekenhonorierung. Zum anderen hat die Politik, im Gegensatz zu Krankenkassen und pharmazeutsicher Industrie, das Zukunftskonzept von ABDA und KBV verstanden und will es testen.

 

Beim Zukunftskonzept dürfen die Apotheker mit einiger Zustimmung rechnen. Im Bundesgesundheitsministerium und in den Regierungsfraktionen gibt es viel Sympathie für das Konzept. Das bekräftigte dieser Tage auch der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Jens Spahn (lesen Sie dazu BAH-Jahresversammlung: Hersteller umgarnen die Apotheker). Bei der Eröffnung des Deutschen Apothekertages, und in zwei Arbeitskreisen wird sich zeigen, wie ernst es der Politik mit der Umsetzung ist. Vielleicht sind die Politiker der Regierungsparteien so mutig, über ihre Vorstellungen zur Umsetzung zu sprechen.

 

Genauso wichtig wie das Zukunftskonzept ist die Forderung der ABDA nach der längst überfälligen Anpassung der Apothekervergütung (siehe dazu Vergütung: »Unser Honorar ist nicht akzeptabel«). Sie liegt seit 2004 bei 8,10 Euro pro Packung plus 3 Prozent vom Packungspreis, abzüglich des Kassenzwangsrabattes. Sieben Jahre ohne Steigerung sind verheerend. Viele Apotheken sind bereits in wirtschaftlicher Schieflage. Nun fordert die ABDA unter anderem eine Dynamisierung des Betrages sowie Kostendeckung bei den Gemeinwohlpflichten. Es wird spannend, wie die Politiker darauf reagieren. Sie geben ungern Geld aus. Die Verwerfungen in den Apotheken sind aber so offensichtlich, dass die Regierung sie nicht länger ignorieren darf. Es reicht auch nicht, mit dem Verweis auf angeblich widersprüchliche Zahlen das Problem in eine immer fernere Zukunft zu verschieben. Die Politik muss jetzt Stellung beziehen und sagen, ob sie an Qualität und Innovation oder nur an Kostenminimierung interessiert ist.

 

Daniel Rücker

Chefredakteur

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