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AOK-Rabattvertrag

Erste Unternehmen melden Abschluss

25.09.2007
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AOK-Rabattvertrag

Erste Unternehmen melden Abschluss

Von Daniel Rücker 

 

Die AOK handelt zurzeit Rabattverträge für 2008 aus. Einige Hersteller melden bereits Vollzug. Doch die Krankenkasse gibt sich wenig auskunftsfreudig.

 

Zum 1. Januar 2008 startet die Ortkrankenkassen ihre zweite Rabattrunde. Für die Jahre 2008 und 2009 wurden insgesamt 83 Wirkstoffe ausgeschrieben. Bis zum 3. September hatten die Generikahersteller Gelegenheit, ihre Angebote abzugeben. Jetzt veröffentlichen die ersten Unternehmen Erfolgsmeldungen. Die AOK bleibt jedoch bei ihrer zurückhaltenden Auskunftspolitik und dementiert Vertragsabschlüsse.

 

Am Dienstag und Mittwoch der vergangenen Woche meldeten erst Stada und dann Teva, sie gehörten zu Gruppe der Auserwählten, die in den kommenden beiden Jahren AOK-Versicherten mit generischen Medikamenten versorgen dürfen. Stada will mit den Ortskrankenkassen Sonderkonditionen zu 23 Wirkstoffen mit einem geschätzten AOK-Umsatz von 230 Millionen Euro abgeschlossen haben. Die Präparate werden von Stadapharm und dem Tochterunternehmen Aliud vertrieben.

 

Mit Teva meldete sich ein Unternehmen im Kreis der neuen Rabattpartner, das bereits zu den alten gehörte. In den beiden kommenden Jahren soll die Zahl der Medikamente deutlich über der aus dem aktuellen Vertrag liegen, meldete Teva über die Konzernzentrale in Israel. In diesem Jahr hatte die deutsche Tochter des weltgrößten Generikaherstellers sechs Wirkstoffe für AOK-Versicherte geliefert. Weitere Informationen will das Unternehmen erst veröffentlichen, wenn alle Details mit der AOK geklärt sind.

 

Die AOK hat die Meldungen über Vertragsabschlüsse postwendend dementiert. Sie habe noch keine Verträge über Rabattvereinbarungen für 2008 und 2009 unterzeichnet, teilte das Unternehmen mit. Die Bewerber hätten lediglich eine Vorabinformation bekommen. Aus dieser hätten die betroffenen Unternehmen geschlossen, dass sie dabei sind, sagte ein AOK-Sprecher der PZ. Voraussichtlich werde in der kommenden Woche veröffentlicht, wer den Zuschlag erhalten habe.

 

Ab der kommenden Woche ändert sich wahrscheinlich auch für die Apotheker der Umgang mit den aktuellen Verträgen. Sollte es dem Deutschen Apothekerverband (DAV) nicht noch in letzter Minute gelingen, die AOK eines Besseren zu belehren, dann läuft zum 1. Oktober die zwischen AOK und DAV vereinbarte Friedenspflicht aus. Ein klärendes Gespräch zwischen Apothekern und AOK war für vergangenen Dienstagabend angesetzt. Das Ergebnis war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

 

Apothekern, die an AOK-Versicherte ein nicht-rabattiertes Arzneimittel abgeben, obwohl es ein wirkstoffgleiches Rabattpräparat gegeben hätte, müssen nach Ablauf der Friedenspflicht mit einer Retaxierung rechnen. Ausnahmen gibt es nur, wenn die Rabattprodukte bei keinem Großhändler lieferbar sind oder der Arzt per Aut-idem-Kreuz eine Substitution ausgeschlossen hat. Für die Apotheker droht damit weiterer Ärger mit den Rabattverträgen. Bei einer Retaxierung dürfte es nur schwer nachweisbar sein, dass ein bestimmtes Arzneimittel tatsächlich über keinen Großhändler zu beziehen war.

 

Die Apotheker können nur hoffen, dass die Lieferfähigkeit der AOK-Rabattpartner sich weiter bessert und das Apothekenpersonal sich wieder stärker seinen eigentlichen Aufgaben widmen kann. Sicher ist allerdings, dass spätestens zum Jahreswechsel der Beratungsbedarf der AOK-Versicherten in der Apotheke wieder steigen wird. Viele Patienten müssen auf Präparate der neuen Rabattpartner umgestellt werden, zum zweiten Mal in kurzer Zeit.

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