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Lieferengpässe

Die Ursachen anpacken

20.09.2017  10:26 Uhr

Lieferengpässe bei Arzneimitteln dürfen nicht zu Versorgungsengpässen werden. Das haben die Apotheker beim Apothekertag klar gemacht. Die Bundesregierung müsse bessere Rahmenbedingungen schaffen, um die vielfältigen Ursachen für Lieferengpässe zu beseitigen.

 

Diese dürften nicht in bloßen kurzfristigen Zwangsmaßnahmen bestehen, heißt es in einem mit großer Mehrheit verabschiedeten Leitantrag.

 

In der jüngsten Vergangenheit ist es immer wieder zu Lieferengpässen bei Arzneimitteln gekommen. Ein Grund dafür ist eine zunehmende Oligopolisierung der Herstellung: Für bestimmte Arzneimittel gibt es nur noch wenige beziehungsweise teilweise sogar nur einen einzigen Hersteller weltweit. Ausschreibungen für Rabattverträge, bei denen jeweils nur der billigste Anbieter den Zuschlag erhält, verschärfen aus Sicht der Apotheker das Problem, denn die Verlierer solcher Ausschreibungen fahren ihre Produktion herunter und können dann mögliche Eng­pässe, die beim Gewinner auftreten, nicht auffangen.

 

Eine Verpflichtung der Hersteller, auf Lieferengpässe hinzuweisen, halten die Apotheker für zu kurz gesprungen. Auch andere Maßnahmen, etwa die derzeit diskutierte Verpflichtung zur Vorratshaltung für mindestens ein Jahr, beseitigten die Ursache des Problems nicht. Diese sehen die Apotheker in der negativen Preisspirale vor allem durch die Rabattverträge. Der Gesetzgeber solle daher Rahmenbedingungen schaffen, die es der pharmazeutischen Industrie ermöglichen, die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicherzustellen. Entsprechende Ausschreibungen sollten gestoppt werden, insbesondere für versorgungskritische Wirkstoffe beziehungsweise solche gegen lebensbedrohliche und schwerwiegende Erkrankungen sowie Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite und wenigen Anbietern. /

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