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Barmer will Reform des Finanzausgleichs

20.09.2017
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Von Jennifer Evans / Die Barmer fordert von der künftigen Bundesregierung eine schnelle Reform des Finanzausgleichs in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das System sei aus der Balan­ce geraten, so die Kasse. Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) müsse durch eine Versorgungsstrukturkomponente ergänzt werden.

 

»Derzeit ignoriert der Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen die regional unterschiedlich hohen Kosten für die Versorgung von Patienten«, kritisierte der Barmer-Vorstandsvorsitzende Professor Christoph Straub. Die Folg­e sei, dass Kassen in einigen Regionen mehr Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds erhielten als unbedingt notwendig.

 

Je kränker die Versicherten einer Kasse sind, desto mehr Geld steht ihr aus dem Fonds zu. Das regelt der Morbi-RSA, der die Finanzmittel unter den Kassen aufteilt. Straub bemängelte, dass sich das GKV-System immer mehr in Gewinner und Verlierer aufteile. »Ein zentraler Grund ist, dass regionale Besonderheiten den Finanzausgleich verzerren.« Regionen mit schwächeren Versorgungsstrukturen verursachten geringere Kosten, weil es dort weniger Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken gebe. Umgekehrt sorgten Regionen mit starken Versorgungsstrukturen für höhere Kosten, so Straub Der aktuelle Finanzausgleich benachteilige bundesweit agierende Kassen. Straub sprach sich außerdem für einen Hochrisikopool im Morbi-RSA aus, der die Ausgaben für Versicherte mit besonders hohen Krankheitskosten auffangen soll. /

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