Pharmazeutische Zeitung online
Expopharm

Zentraler Marktplatz für Apotheker

21.09.2010  15:58 Uhr

PZ / Die Expopharm findet dieses Jahr vom 7. bis 10. Oktober in München statt – wie immer parallel zum Deutschen Apothekertag. Seit 58 Jahren organisiert die Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker (WuV) die pharmazeutische Fachmesse. WuV-Geschäftsführer Gregor Ulrich spricht im PZ-Interview über seine Erwartungen für 2010.

PZ: Die Expopharm beginnt in zwei Wochen. Was erwartet die Besucher in München?

 

Ulrich: Die Expopharm wird auch in diesem Jahr wieder der zentrale Marktplatz rund um die deutsche Apotheke sein. Nirgendwo sonst kann man sich auf so engem Raum über neue Produkte und Dienstleistungen informieren. Zudem werden wir uns im Oktober mitten im Gesetzgebungsverfahren zum Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz befinden. Da sind die Apothekerinnen und Apotheker ganz sicher interessiert daran, wie sich der Markt in diesem Zusammenhang aufstellt.

PZ: Aber die Messe informiert doch nicht über Politik.

 

Ulrich: Nein, das tut sie nicht; sie gibt aber Aufschluss darüber, wie die Unternehmen auf politische Veränderungen reagieren. In diesem Jahr zeigt es sich zudem wieder einmal, dass es sehr richtig ist, die Expopharm zeitgleich mit dem Deutschen Apothekertag durchzuführen. Denn dort werden am Samstag, 9. Oktober, Vertreter der Bundestagsparteien erwartet, die vielleicht doch schon ein wenig mehr darüber wissen, wie das Gesetz tatsächlich im Detail aussehen wird. Unsere Besucher können darüber dann mit ihren Dienstleistern sprechen. Nur eine interessante Frage ist beispiels­weise, wie sich der Markt darauf einstellen wird, wenn es tatsächlich zur Absenkung der Großhandelsvergütung kommt. Das sind für Apothekenleiter extrem wichtige Informationen.

 

PZ: Sie sprechen gerade die politische Situation an. Wie steht es denn mit der Finanzkrise? Hat diese Auswirkun­gen auf die Expopharm gezeigt?

 

Ulrich: Natürlich. Vor allem deshalb, weil die Entscheidung darüber, auf der Messe in diesem Jahr auszustellen, in vielen Unternehmen bereits 2009 gefällt wurde. Und da war die Krise ja noch viel lebendiger spürbar als heute, wo wir uns bereits wieder in einem leichten Aufschwung befinden. Insgesamt hat der Apothekenmarkt die Situation aber recht gut überstanden. Es werden zwar einige Unternehmen in diesem Jahr nicht vertreten sein. Wir haben aber bereits jetzt mit 476 Firmen sogar schon mehr Aussteller als 2009 in Düsseldorf. Derzeit sind rund 21 500 Quadratmeter Nettostandfläche vermietet. Und immer noch gehen jede Woche neue Anmeldungen ein.

 

PZ: Worauf führen Sie das zurück?

 

Ulrich: Der Apothekenmarkt ist mittelständisch geprägt. Nicht nur die Apotheken selbst, sondern auch viele Hersteller und Dienstleister sind mittelständische Firmen. Diese können aber viel flexibler und schneller auf neue Herausforderungen reagieren als große Unternehmen. Zudem setzen mittelständische Unternehmer auf den direkten Kontakt zwischen ihnen und ihren Kunden. Und den kann man nirgendwo so effektiv und vergleichsweise günstig bekommen, wie auf der zentralen Messe der Branche.

 

PZ: Werden denn primär kleine Firmen vertreten sein?

 

Ulrich: Natürlich nicht. Auch viele große Unternehmen haben sich bereits für die Expopharm angemeldet. Das macht ja gerade den Reiz der Messe aus. Auch hier repräsentiert sie den Markt rund um die Apotheke – übrigens nicht nur die deutsche . . .

 

PZ: Was meinen Sie damit?

 

Ulrich: Seit einigen Jahren haben wir uns darum bemüht, die Expopharm zu internationalisieren. Das hat dazu geführt, dass sich immer mehr ausländische Aussteller zu einem Messeauftritt entschlossen haben. In diesem Jahr werden 76 Unternehmen aus 21 Ländern vertreten sein. Das ist ein neuer Rekord. Die Firmen kommen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, England, Italien, Japan, Kanada, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Irland, San Marino, Schweiz, Spanien, Türkei, USA sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten.

PZ: Woher rührt dieses internationale Interesse?

 

Ulrich: Das Messe-Engagement unserer internationalen Aussteller hat gute Gründe. Der deutsche Apothekenmarkt ist nicht nur einer der größten der Welt, sondern gilt auch als Referenzmarkt für ganz Europa. Wer sich hier etabliert, hat damit beste Aussichten, auch in den anderen europä-ischen Märkten Fuß zu fassen. Zudem finden unsere ausländischen Aussteller auf der Expopharm auch eine perfekte Logistik vor, die sie bei ihrem Messeauftritt unterstützt. An unserem Internationalen Meeting Point stellen wir nicht nur alle Möglichkeiten der modernen Kommunikation zur Verfügung, sondern bieten unseren Gästen auch Besprechungsräume an, damit sie ihre Gespräche mit möglichen neuen Geschäftspartnern ungestört vom Messerummel führen können. Die Expopharm ist daher die ideale Plattform für Business-to-Business-Kontakte.

 

PZ: Aber ist das internationale Angebot auch spannend für deutsche Apo- theken?

 

Ulrich: Ich denke ja. Nicht nur in Deutschland, auch international stehen die Gesundheitssysteme vor den gleichen finanziellen Problemen. Da ist es sehr interessant, aus erster Hand zu erfahren, wie die Märkte in anderen Ländern auf die neuen Herausforderungen reagieren. Wir wissen, dass viele Apotheken gerade das Angebot unserer internationalen Aussteller sehr schätzen, weil sie so ihr Sortiment mit Produkten komplettieren können, die in anderen Ländern bereits erfolgreich eingeführt sind.

 

PZ: Wie ist ihre Prognose für die Expopharm 2010?

 

Ulrich: Rundum positiv. Der Besuch der Expopharm nimmt für viele Apotheker unbestritten eine Schlüsselrolle ein, wenn es um Investitionsentscheidungen geht. Auch und gerade in politisch schwierigen Zeiten. Gespannt bin ich darauf, wie sich die zeitliche Abkoppelung vom Oktoberfest auswirken wird. Damit sind wir den Wünschen der Apotheker und der Aussteller entgegengekommen, weil die zu Wiesnzeiten explodierten Preise zu diesem Zeitpunkt wieder auf Normalmaß geschrumpft sind. Vor diesem Hintergrund erwarte ich für München eine sehr erfolgreiche Expopharm 2010. /

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