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Fälschungen gelten als »cool«

09.09.2008
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Fälschungen gelten als »cool«

PZ / Produkt- und Markenpiraterie hat längst die breite Masse der Waren erfasst. Nicht nur Arzneimittel und Luxusgüter werden gefälscht, sondern auch Nahrungsmittel und Getränke, Kosmetik, Körperpflegeartikel und Kleidung. Hersteller aller Produktgruppen sind betroffen. Die Fälschungen verursachen den europäischen Konsumgüterherstellern jährlich einen Schaden von rund 35 Milliarden Euro, das entspricht etwa zwei Prozent ihres gesamten Jahresumsatzes. Dies sind Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young mit Hauptsitz in Stuttgart. Der Autor Peter Schommer ist Partner bei Ernst & Young und stellte die Studie vergangene Woche in Berlin vor. Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes in Berlin und Unterstützer der Studie, nannte Markenpiraterie die »am meisten unterschätzte Form organisierter Kriminalität überhaupt«. Gesundheitliche und ökonomische Schäden für die Verbraucher seien noch nicht hinreichend ins öffentliche und politische Bewusstsein gedrungen, kritisierte Kannengießer. Er forderte schärfere Gesetze. Studienautor Schommer riet Verbrauchern, die »normalen« Vertriebswege zu nutzen. Die Gefahr, an eine Fälschung zu geraten, sei insbesondere beim Kauf über das Internet groß. Problematisch nannte es Schommer, dass Fälschungen zunehmend gesellschaftsfähig würden und als »cool« gälten. Wegen des günstigen Preises kaufen Verbraucher bewusst gefälschte Ware, obwohl 61 Prozent mit Gesundheitsrisiken rechnen und 74 Prozent wissen, dass kriminelle Banden involviert sind.

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