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15 Prozent Marktanteil für AMNOG-Präparate

06.09.2017
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Von Jennifer Evans / Für 129 Arzneimittel ist seit 2011 mit der Einführung des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) ein Erstattungsbetrag ausgehandelt oder durch einen Schiedsspruch festgesetzt worden.

 

Wie aus einer aktuellen Auswertung des Beratungsunternehmens Quintiles IMS hervorgeht, sind zwischen Juli 2016 und Juni 2017 rund 5,6 Milliarden Euro des Arzneimittelumsatzes im Markt der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf Präparate mit Erstattungsbetrag entfallen. Der Umsatz bemisst sich am Apothekenverkaufspreis abzüglich der von Herstellern und Apotheken zu leistenden Zwangsrabatte. Insgesamt entspricht die Summe 15 Prozent des gesamten GKV-Umsatzes mit Arzneimitteln.

 

Das AMNOG beendete die freie Preisgestaltung der pharmazeutischen Industrie bei neuen Medikamenten. Seitdem müssen Hersteller mit den Kassen ein Jahr nach Markteinführung eines Präparates einen Erstattungspreis aushandeln. Bei Präparaten, für die bereits ein Erstattungsbetrag festgelegt wurde, entfallen jeweils 10 Prozent des Umsatzes auf antivirale Mittel (exklusive HIV), Produkte gegen Multiple Sklerose sowie DPP-IV Inhibitoren. 9 Prozent machen zudem Proteinkinasehemmer aus dem Bereich der Antineoplastika aus. Diese Wirkstoffe werden etwa zur Behandlung von Lungen-, Brust- und Darmkrebs sowei von Leukämie eingesetzt.

 

Weitere 9 Prozent des Umsatzes gehen auf die Gruppe der direkten Faktor Xa-Hemmer zur Prophylaxe von Thrombosen zurück. Insgesamt beliefen sich die Einsparungen aus Erstattungsbeträgen laut Quintiles IMS im Jahr 2016 auf 1,2 Milliarden Euro und im ersten Halbjahr 2017 bereits auf 702 Millionen Euro. /

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